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KI-Verzeichnis in der Bachelorarbeit: Vorlage und ausgefülltes Beispiel (2026)

|9 Min. Lesezeit

Prüfe deine Arbeit auf KI-Text — kostenlos

Die ersten 1.500 Wörter kostenlos, ohne Anmeldung. Bei jedem Ergebnis steht, wie oft dieses Urteil bei nachweislich menschlich geschriebenen Texten falsch liegt — das veröffentlicht sonst niemand.

Wir bauen gerade einen Schreibarbeitsplatz: dein Word- oder LaTeX-Dokument, deine PDFs daneben und ein Assistent, der nur belegen kann, was wirklich darin steht — ansehen und vormerken.

Was ein KI-Verzeichnis ist

An vielen deutschen Hochschulen reicht es inzwischen nicht mehr, in der eidesstattlichen Erklärung einen Satz über KI anzukreuzen. Verlangt wird eine eigene Anlage: eine Tabelle, in der steht, welches Tool du wofür benutzt hast, welche Stellen der Arbeit betroffen sind und wie du das Ergebnis überprüft hast.

Ein KI-Verzeichnis ist genau dieser Abschnitt im Anhang, in dem du jeden Einsatz eines KI-Tools einzeln aufführst. Es heißt je nach Hochschule „Anlage zur Nutzung von KI-Tools“, „Dokumentation der KI-Nutzung“ oder schlicht „KI-Verzeichnis“ und ist etwas anderes als die eidesstattliche Erklärung.

Die Erklärung ist eine Versicherung: Ich habe die Arbeit selbstständig verfasst. Das Verzeichnis ist der Beleg dafür, was „selbstständig“ in deinem Fall konkret heißt. Beides wird nebeneinander abgegeben, nicht alternativ.

Dieser Text zeigt dir, wie diese Tabelle aussieht, gibt dir ein ausgefülltes Beispiel zum Abschreiben und sagt dir, wo die Grenzen dieses Beispiels liegen. Denn einen bundesweiten Standard gibt es nicht, und das ist kein Detail, sondern dein Hauptproblem.

Was deine Hochschule konkret verlangt

Die vier folgenden Regelwerke sind gut dokumentiert und decken die Bandbreite ab. Deine Hochschule liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwo dazwischen.

Universität Koblenz arbeitet mit einer KI-Ampel: Rot heißt keine KI, Gelb heißt teilweise erlaubt, Grün heißt zulässig. Die Handlungsempfehlungen für Studierende in ihrer Fassung vom 10. April 2026 verlangen für Prüfungsleistungen eine Anlage mit vier Angaben — dem verwendeten Tool, dem Zweck, den betroffenen Abschnitten der Arbeit und deiner kritischen Bewertung des Ergebnisses. Dazu kommt der Satz, den du ernst nehmen solltest: Du fügst ein Prompt- und Output-Protokoll bei, sofern dies verlangt wird. Nicht deklarierte Nutzung gilt als Täuschungsversuch nach der Prüfungsordnung.

Universität Paderborn hat eine Handreichung zur Dokumentation und Kennzeichnung von KI-Tools mit einer Tabelle im Anhang und fünf Spalten: Arbeitsschritt, Tool, Verwendung, Kommentar zur Nutzung und zum Ergebnis, Reflexion. Das Beispiel dort deckt Konzeption mit ChatGPT, das Entwerfen der Einleitung, Literaturrecherche mit ResearchRabbit und die sprachliche Endüberarbeitung mit DeepL Write ab und verweist auf ein Prompt-Protokoll im Anhang.

HWR Berlin geht einen Schritt weiter und verlangt, dass du die Passagen markierst, die KI erstellt oder verändert hat. Dazu kommen die Dokumentation jedes Tools mit Produktnamen und der eingegebenen Prompts, die eigenständige Überprüfung der Ergebnisse und die ausdrückliche Übernahme der Verantwortung für Fehler, Verzerrungen und Urheberrechtsverletzungen im Ergebnis.

LMU, Fakultät für Physik formuliert es kürzer, aber nicht weniger streng: anzugeben ist, welche Software du verwendet hast sowie wann, wo und in welchem Umfang. Das „wo“ ist dabei die Angabe, die Studierende am häufigsten weglassen — gemeint ist die konkrete Stelle in der Arbeit, nicht die Arbeit als Ganzes.

Die Spalten, die fast überall passen

Wenn deine Hochschule kein eigenes Formular vorgibt, nimm fünf Spalten. Diese Kombination erfüllt Paderborns Vorgabe vollständig und deckt Koblenz' vier Pflichtangaben mit ab:

  1. Arbeitsschritt — Themenfindung, Recherche, Gliederung, Auswertung, sprachliche Überarbeitung.
  2. Tool und Version — Produktname, Modell oder Modus, Zugriffsweg. „ChatGPT“ allein reicht nicht mehr, weil sich das Verhalten zwischen Modellen unterscheidet.
  3. Verwendung — was du das Tool hast tun lassen, in einem Satz.
  4. Betroffene Abschnitte — Kapitel- und Abschnittsnummern, nicht „teilweise“.
  5. Kritische Prüfung und Reflexion — wie du das Ergebnis kontrolliert hast und was du verworfen oder geändert hast.

Die fünfte Spalte ist die, die zählt. Prüfende lesen dort, ob du das Werkzeug verstanden hast oder ihm geglaubt hast. Ein Eintrag wie „Ergebnis geprüft“ ist wertlos; „zwei der acht vorgeschlagenen Quellen existierten nicht und wurden gestrichen“ ist eine Aussage.

Ausgefülltes Beispiel zum Kopieren

Das folgende Verzeichnis gehört zu einer fiktiven Bachelorarbeit in der Betriebswirtschaftslehre über Vier-Tage-Woche-Modelle. Es ist so geschrieben, wie du es abgeben kannst — ersetze Kapitelnummern, Tools und Daten durch deine eigenen.

ArbeitsschrittTool (Version)VerwendungBetroffene AbschnitteKritische Prüfung und Reflexion
Themenfindung, ForschungsfrageChatGPT (GPT-5, Webversion), 12.03.2026Brainstorming von fünf möglichen Forschungsfragen zum Thema, keine TextübernahmeKap. 1.2Drei Vorschläge verworfen, weil sie mit den verfügbaren Daten nicht empirisch prüfbar waren. Die endgültige Formulierung habe ich selbst geschrieben und im Betreuungsgespräch am 18.03.2026 abgestimmt.
LiteraturrechercheElicit (Web), 04.04.2026Suche nach empirischen Studien zu Arbeitszeitverkürzung und FluktuationKap. 2.1, 2.2Acht Treffer vorgeschlagen. Jede Angabe über DOI und Bibliothekskatalog geprüft: zwei Titel waren nicht auffindbar und wurden nicht verwendet, ein Treffer war ein Preprint und wird als solcher zitiert. Alle verwendeten Studien habe ich im Volltext gelesen.
GliederungChatGPT (GPT-5, Webversion), 21.04.2026Feedback zur Kapitelstruktur des TheorieteilsKap. 2 (Struktur), keine TextübernahmeÜbernommen wurde nur der Hinweis, Abschnitt 2.3 vor 2.2 zu ziehen. Die vorgeschlagene Unterteilung in sieben Unterkapitel habe ich verworfen, weil sie den Argumentationsgang zerschnitten hätte.
Transkription der InterviewsWhisper (large-v3, lokal), 02.–05.05.2026Automatische Transkription von sechs ExperteninterviewsKap. 4.1, Anhang CAlle sechs Transkripte vollständig gegen die Audioaufnahme korrekturgehört. Fachbegriffe und Firmennamen waren durchgängig fehlerhaft und wurden manuell korrigiert. Die Auswertung erfolgte ausschließlich an den korrigierten Transkripten.
Sprachliche ÜberarbeitungDeepL Write (Web, Modus „Akademisch“), 11.–14.06.2026Umformulierung eigener, bereits geschriebener Absätze zur Verbesserung von Lesbarkeit und GrammatikKap. 3 vollständig, Kap. 5.2Jeder Vorschlag einzeln angenommen oder abgelehnt, keine Übernahme ganzer Absätze ohne Prüfung. An vier Stellen hat das Tool Fachbegriffe durch Allgemeinsprache ersetzt („Prädiktor“ zu „Anzeichen“); diese Änderungen habe ich zurückgenommen.
ÜbersetzungDeepL (Web), 13.06.2026Übersetzung englischsprachiger Textstellen für die sinngemäße WiedergabeKap. 2.3Alle Übersetzungen gegen das Original geprüft. Wörtliche Zitate stehen in der Originalsprache im Text, die Übersetzung steht in der Fußnote und ist als eigene Übersetzung mit KI-Unterstützung gekennzeichnet.
LiteraturverwaltungZotero 7 mit Better BibTeXVerwaltung der Quellen und Formatierung des LiteraturverzeichnissesLiteraturverzeichnisKeine generative Funktion genutzt. Alle Metadaten manuell gegen die Originalquelle geprüft. Nur zur Vollständigkeit aufgeführt.

Wenn du gar keine KI benutzt hast, lässt du die Tabelle nicht weg, sondern schreibst einen Satz darunter: „Für die Erstellung dieser Arbeit wurden keine KI-basierten Werkzeuge eingesetzt.“ Eine leere Anlage wirkt wie ein Versehen, ein Satz ist eine Aussage.

Welche Tools du wahrscheinlich nicht angeben musst

An den meisten Hochschulen gelten diese Werkzeuge als unkritisch und müssen nicht einzeln aufgeführt werden:

  • Rechtschreib- und Grammatikprüfung, die in Word oder LibreOffice eingebaut ist
  • Literaturverwaltung wie Zotero, Citavi oder EndNote, solange du keine generative Funktion nutzt
  • Suchmaschinen und Bibliothekskataloge ohne KI-Zusammenfassung
  • Statistiksoftware wie SPSS oder R, die du selbst steuerst — die gehört in den Methodenteil, nicht ins KI-Verzeichnis

Diese Abgrenzung ist Konvention, keine Regel. Sie kippt an dem Punkt, an dem ein vertrautes Werkzeug eine generative Funktion bekommt: Word mit Copilot, Zotero mit einem KI-Plugin, eine Suchmaschine, die dir eine Zusammenfassung statt einer Trefferliste zeigt. Wenn du dir unsicher bist, nimm es auf. Eine Zeile zu viel im Anhang hat noch niemandem geschadet, eine fehlende schon.

Es gibt keinen bundesweiten Standard

Das ist der wichtigste Satz in diesem Text. Von 64 untersuchten deutschen Hochschulen verlangen 58 eine Erklärung zur KI-Nutzung, und keine einzige verbietet KI vollständig. Aber die geforderte Form ist überall anders: Paderborn will fünf Spalten, Koblenz vier Angaben plus Ampelstufe plus gegebenenfalls ein Prompt-Protokoll, die HWR Berlin will markierte Passagen im Fließtext.

Für dich heißt das zwei Dinge. Erstens: Diese Vorlage ist ein Ausgangspunkt, kein Nachweis der Konformität. Zweitens: Der einzige verlässliche Weg führt über zwei Quellen, die du selbst prüfen musst.

  • Deine Prüfungsordnung und die Merkblätter deines Prüfungsamts. Such dort nach „KI“, „künstliche Intelligenz“ und „Hilfsmittel“. Was dort steht, schlägt jede Vorlage aus dem Internet.
  • Deine Betreuung, schriftlich. Frag per E-Mail, welche Form erwartet wird, und bewahre die Antwort auf. Eine mündliche Zusage im Sprechstundenflur hilft dir im Zweifelsfall nicht. Frag konkret: Welche Tabellenform, wird ein Prompt-Protokoll verlangt, und zählt sprachliche Überarbeitung als kennzeichnungspflichtig?

Die Täuschung ist das Nicht-Kennzeichnen

Die juristische Handreichung des Hochschulnetzwerks Digitalisierung der Lehre Baden-Württemberg vom 16. Januar 2026 formuliert den Kern so: Nicht die Nutzung von KI ist die Täuschung, sondern das Unterlassen der Kennzeichnung. Und die Beweislast für einen Täuschungsversuch liegt bei der Prüfungsbehörde, nicht bei dir.

Das ist eine Entlastung und eine Verpflichtung zugleich. Entlastend, weil ein Detektor-Score allein kein Beweis ist und du nicht deine Unschuld beweisen musst. Verpflichtend, weil ein sauberes Verzeichnis genau der Punkt ist, an dem sich die Frage gar nicht erst stellt.

So gehst du in fünf Schritten vor

  1. Prüfungsordnung und Merkblätter durchsuchen, bevor du die Tabelle baust. Wenn es ein Formular gibt, benutze das Formular.
  2. Deine Betreuung schriftlich fragen — Tabellenform, Prompt-Protokoll, Umgang mit sprachlicher Überarbeitung.
  3. Die Tabelle jetzt anlegen, nicht in der Abgabewoche. Jede Zeile, die du am selben Tag schreibst, an dem du das Tool benutzt hast, kostet zwei Minuten. Dieselbe Zeile drei Monate später kostet eine halbe Stunde und stimmt trotzdem nicht.
  4. Bei jedem Eintrag die Prüfspalte ausfüllen, bevor du weiterarbeitest. Das ist der Teil, den man nicht rekonstruieren kann.
  5. Vor der Abgabe die Kapitelnummern gegenlesen. Nummern verschieben sich beim Umstellen, und ein Verzeichnis, das auf Kapitel 4.3 verweist, das es nicht mehr gibt, sieht schlampiger aus als es ist.

Ein Nebeneffekt, den kaum jemand einplant: Wenn du Kapitel 3 vollständig durch DeepL Write geschickt hast, liest sich dieses Kapitel danach anders als der Rest deiner Arbeit — glatter, gleichförmiger, mit weniger Eigenheiten. Es lohnt sich, das vor der Abgabe selbst anzuschauen, nicht um etwas zu verstecken, sondern damit du im Verzeichnis präzise beschreiben kannst, was das Tool mit deinem Text gemacht hat, und damit dich eine Rückfrage in der Verteidigung nicht überrascht. Unser kostenloser KI-Check bis 1.500 Wörter gibt dir dafür eine Einschätzung und nennt dabei die eigene Fehlerquote — bei englischen Langtexten bekommen etwa 3 von 100 menschlich geschriebenen wissenschaftlichen Dokumenten das Urteil „hohe Wahrscheinlichkeit“, gemessen an 40 menschlichen und 25 KI-Dokumenten. Kein Account, keine Anmeldung. Ein Score ist kein Beweis, in keine Richtung — dein Verzeichnis ist die Aussage, die zählt.

Die Zeilen laufend mitzuschreiben ist der ganze Trick, und genau daran scheitern die meisten. Wir überlegen, ein Werkzeug zu bauen, das dieses Verzeichnis im Hintergrund mitführt, während du schreibst, und am Ende in der Form ausgibt, die deine Hochschule verlangt. Wenn du das brauchen würdest, sag uns Bescheid.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich DeepL Write in der Bachelorarbeit angeben?

An den meisten Hochschulen ja, wenn du damit deine eigenen Sätze umformulieren lässt. Reine Rechtschreibprüfung wird fast überall als unkritisch behandelt, eine Umformulierungsfunktion dagegen greift in die Formulierung ein und fällt damit unter die Kennzeichnungspflicht. Die Handreichung der Universität Paderborn führt DeepL Write ausdrücklich als Beispiel im Anhang auf. Prüfe trotzdem deine eigene Prüfungsordnung, weil die Grenze zwischen Korrektur und Umformulierung je nach Fach unterschiedlich gezogen wird.

Wo im Dokument steht das KI-Verzeichnis?

In der Regel im Anhang, hinter dem Literaturverzeichnis, als eigener Abschnitt mit einer Überschrift wie „Anlage zur Nutzung von KI-Tools“. Die eidesstattliche Erklärung bleibt davon getrennt und steht dort, wo deine Prüfungsordnung sie verlangt. Wenn deine Hochschule ein eigenes Formular bereitstellt, nimm das Formular und nicht deine eigene Tabelle.

Was passiert, wenn ich ein Tool vergessen habe anzugeben?

Das hängt davon ab, ob es als Versehen oder als Täuschungsversuch bewertet wird, und diese Bewertung trifft dein Prüfungsausschuss. Die juristische Handreichung des Hochschulnetzwerks Digitalisierung der Lehre Baden-Württemberg vom 16. Januar 2026 stellt klar, dass nicht die Nutzung von KI die Täuschung ist, sondern die fehlende Kennzeichnung. Wenn dir vor der Abgabe auffällt, dass etwas fehlt, ergänze es. Wenn es nach der Abgabe auffällt, melde dich von dir aus beim Prüfungsamt, bevor jemand anders fragt.

Muss ich meine Prompts mit abgeben?

Nur wenn deine Hochschule das verlangt. Die Universität Koblenz formuliert es als Bedingung: Du legst ein Prompt- und Output-Protokoll bei, sofern es verlangt wird. Paderborn verweist in seiner Beispieltabelle ebenfalls auf ein Prompt-Protokoll im Anhang. Rechne also damit, dass danach gefragt wird, und führe das Protokoll mit, statt es später zu rekonstruieren.

Gilt das auch für Hausarbeiten und Seminararbeiten?

Meistens ja, oft sogar in derselben Form. Die Regelungen der Hochschulen sprechen in aller Regel von schriftlichen Prüfungsleistungen und nicht speziell von Abschlussarbeiten. Der Umfang ist bei einer Hausarbeit kleiner, aber die Pflicht zur Kennzeichnung ist dieselbe.

Darf ich KI überhaupt benutzen?

An den derzeit dokumentierten deutschen Hochschulen ist ein generelles Verbot die Ausnahme; von 64 untersuchten Hochschulen verlangen 58 eine Erklärung zur KI-Nutzung, ein pauschales Verbot spricht keine aus. Einzelne Prüfende dürfen für ihre eigene Prüfung aber strenger sein, und viele Ordnungen kennen Stufen wie die Koblenzer KI-Ampel. Entscheidend ist, was für deine konkrete Arbeit gilt, nicht was für die Hochschule im Durchschnitt gilt.

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