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Plagiatsprüfung Uni Wien: Ablauf, Software und Konsequenzen

|9 min Lesezeit

Prüfe deine Arbeit auf KI-Text — kostenlos

Die ersten 1.500 Wörter kostenlos, ohne Anmeldung. Bei jedem Ergebnis steht, wie oft dieses Urteil bei nachweislich menschlich geschriebenen Texten falsch liegt — das veröffentlicht sonst niemand.

Wir bauen gerade einen Schreibarbeitsplatz: dein Word- oder LaTeX-Dokument, deine PDFs daneben und ein Assistent, der nur belegen kann, was wirklich darin steht — ansehen und vormerken.

Die kurze Antwort

Die Universität Wien prüft Abschlussarbeiten verpflichtend über das System HoPla; der Upload läuft seit 5. März 2024 ausschließlich über u:space. Die Prüfung gilt für Master-, Diplomarbeiten, Master Theses und Dissertationen — ausdrücklich nicht für Bachelorarbeiten. Eine Prozentgrenze wird nicht veröffentlicht. Wird ein Plagiat nachgewiesen, sieht das Universitätsgesetz die Nichtigerklärung der Beurteilung (§ 73 UG) und den Widerruf des akademischen Grades (§ 89 UG) vor.

Ein Missverständnis vorweg, weil es häufig ist: die verpflichtende Prüfung der Abschlussarbeit läuft nicht über Turnitin. Turnitin wird an der Uni Wien in Moodle für Lehrveranstaltungen eingesetzt. Der Weg für die Abschlussarbeit ist ein anderer, und er ist der einzige, der zählt.

Ablauf und Software

Die Reihenfolge ist festgelegt und lässt sich nicht abkürzen:

  1. Druckfreigabe durch die Betreuung. Erst danach ist der nächste Schritt überhaupt möglich.
  2. Upload über u:space, im Bereich „Studienabschluss“ → „Plagiatsprüfung der Abschlussarbeit“.
  3. Elektronische Prüfung über HoPla. Das System vergleicht den Text mit Internetquellen und Datenbanken und erzeugt einen Ähnlichkeitsbericht.
  4. Inhaltliche Bewertung. Der Bericht ist kein Urteil. Jede Markierung muss einzeln geprüft werden — das ist der Punkt, an dem die Beurteilung durch Menschen stattfindet.
  5. Einreichung der gebundenen Exemplare nach dem elektronischen Schritt.

Der Wechsel auf u:space zum 5. März 2024 ist der Grund, warum ältere Anleitungen aus Foren und von Studienvertretungen ins Leere führen: Sie beschreiben noch den direkten HoPla-Weg.

Welche Arbeiten geprüft werden

  • Masterarbeit, Diplomarbeit, Master Thesis, Dissertation — verpflichtend.
  • Bachelorarbeit — nicht von dieser Prüfung erfasst. Die Formulierung der Universität ist eindeutig: „gilt nicht für Bachelorarbeiten“.

Daraus folgt allerdings nicht, dass eine Bachelorarbeit ungeprüft bleibt. Lehrende können eigene Prüfungen ansetzen, Seminararbeiten werden an vielen Instituten über Moodle mit Turnitin abgeglichen, und die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis gelten unabhängig davon, ob eine Software zum Einsatz kommt. Der Unterschied liegt im Verfahren, nicht im Maßstab.

Gibt es eine Prozentgrenze?

Nein — und keine seriöse Universität veröffentlicht eine. Das ist die häufigste Frage zu diesem Thema und die Antwort enttäuscht regelmäßig, weil sie keine Zahl liefert, an der man sich festhalten kann.

Der Grund ist der Ähnlichkeitsbericht selbst. Er misst Textübereinstimmung, nicht Täuschung. Nach oben verzerren ihn korrekt zitierte Passagen, das Literaturverzeichnis, Standardformulierungen des Fachs und Gesetzestexte. Nach unten verzerrt ihn jede Umformulierung: Ein in eigenen Worten wiedergegebener Gedanke ohne Quellenangabe ist nach der Definition der Universität Wien ein Plagiat und erzeugt trotzdem null Prozent Übereinstimmung.

Deshalb gilt: Ein hoher Wert ist ein Anlass zum Nachsehen, ein niedriger Wert ist kein Freispruch. Wir haben dieses Missverständnis ausführlicher in unserem Text zum erlaubten Plagiatsanteil auseinandergenommen.

Wie lange dauert die Prüfung?

Eine verbindliche Bearbeitungsdauer veröffentlicht die Universität nicht. Das ist ehrlicher als jede Zahl, die hier stehen könnte — die Dauer hängt von Länge der Arbeit, Auslastung und Rückfragen ab, und Zeiten, die in Foren kursieren, stammen meist von kommerziellen Anbietern und nicht von der Universität.

Praktische Konsequenz: Behandeln Sie die Plagiatsprüfung als eigenen Arbeitsschritt mit Puffer, nicht als Häkchen am Abgabetag. Sie kommtnach der Druckfreigabe, und die Druckfreigabe kommt nach der letzten Korrekturrunde Ihrer Betreuung. Wer den Abgabetermin rückwärts plant, sollte für diese Kette mindestens zwei Wochen ansetzen — unser Zeitplan zeigt, wo dieser Block sinnvoll liegt.

Was für ChatGPT und KI-Texte gilt

Hier ist Genauigkeit wichtig, weil zwei verschiedene Dinge oft vermischt werden.

Erstens: Die Plagiatsdefinition der Universität Wien führt fünf Fälle auf — Vollplagiat, Zitat ohne Beleg, Übersetzungsplagiat, Selbstplagiat und Ghostwriting. KI-generierter Text ist dort nicht als eigener Fall genannt. Rein begrifflich ist ein neu erzeugter Text auch kein Plagiat, weil es kein fremdes Werk gibt, das übernommen wurde.

Zweitens, und das ist der Punkt, der zählt: Das macht die Sache nicht harmlos, sondern verschiebt sie. Die nicht offengelegte Verwendung eines Textgenerators wird in der Sache wie Ghostwriting behandelt — eine fremde Leistung wird als eigene ausgegeben. Genau das erfüllt den Begriff der Erschleichung: das vorsätzliche Vorbringen objektiv falscher Angaben, ausdrücklich einschließlich „das Ausgeben fremder Leistungen als eigene“.

Praktisch heißt das dreierlei. Der Einsatz generativer Systeme ist für Seminar- und Abschlussarbeiten nicht selbstverständlich erlaubt, sondern muss ausdrücklich zugelassen sein. Wo er zugelassen ist, muss er gekennzeichnet werden. Und die eidesstattliche Erklärung, mit der Sie Ihre Arbeit einreichen, ist der Ort, an dem eine falsche Angabe rechtlich relevant wird — dazu haben wir eine eigene Anleitung mit Formulierungen.

Fragen Sie im Zweifel Ihre Betreuung schriftlich und heben Sie die Antwort auf. Eine Mail mit zwei Zeilen ist in einem späteren Verfahren mehr wert als jede Auslegung im Nachhinein.

Konsequenzen nach dem Universitätsgesetz

Österreich regelt das bundesweit, nicht je Universität. Die Stufen:

  • Vor der Beurteilung: Das Büro Studienpräses kann ein neues Thema vorschreiben oder die Arbeit zur Überarbeitung zurückgeben.
  • Nach der Beurteilung:Die Beurteilung kann nach § 73 UG für nichtig erklärt werden. Die Note fällt damit weg — die Arbeit gilt als nicht beurteilt. (Hinweis: Einzelne Hochschulseiten nennen hierfür noch § 74; das geltende Universitätsgesetz führt die Nichtigerklärung von Beurteilungen in § 73, § 74 regelt die Zeugnisse.)
  • Nach der Verleihung:Der akademische Grad kann nach § 89 UG widerrufen werden, bis zu zehn Jahre ab dem Zeitpunkt der Beurteilung.
  • Kettenwirkung:Wurde ein Bachelorgrad erschlichen und darauf ein Masterstudium aufgebaut, entfällt mit der Zulassungs­voraussetzung auch der Mastergrad. Das ist die Folge, die am meisten überrascht.
  • Führen eines widerrufenen Grades:Geldstrafe von bis zu 15.000 Euro.
  • Urheberrecht:Nach § 91 UrhG sind Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen möglich, nach § 87 UrhG Schadenersatz. In der Praxis spielt das bei studentischen Arbeiten kaum eine Rolle, es steht aber im Gesetz.

Wenn bereits ein Vorwurf im Raum steht, ist das Verfahren wichtiger als die Rechtslage: Unser Text zum KI- oder Plagiatsvorwurf beschreibt, welche Nachweise Sie sichern sollten und in welcher Reihenfolge.

Quellen

Alle Angaben wurden am 3. September 2026 an den Originaldokumenten geprüft. Diese Regelungen ändern sich — der Upload-Weg wurde zuletzt am 5. März 2024 umgestellt. Prüfen Sie vor der Abgabe die aktuelle Fassung.

  • Universität Wien, Büro Studienpräses: Einreichung (HoPla) — Upload-Weg, betroffene Arbeiten.
  • Universität Wien, Büro Studienpräses: Plagiat — Definition, Erschleichung, §§ 74 und 89 UG, UrhG-Folgen.
  • Universität Wien: Plagiatsprüfung — Ablauf nach Druckfreigabe, Ausnahme Bachelorarbeiten.

Diese Seite ist eine Orientierung und keine Rechtsberatung. Verbindlich ist ausschließlich das, was Ihre Studienprogrammleitung und das Büro Studienpräses im Einzelfall mitteilen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Software nutzt die Uni Wien für die Plagiatsprüfung?

Die Prüfung läuft über das hochschuleigene System HoPla. Der Upload erfolgt seit 5. März 2024 ausschließlich über u:space, unter „Studienabschluss“ und dort „Plagiatsprüfung der Abschlussarbeit“. Die frühere direkte Einreichung über die HoPla-Oberfläche ist damit entfallen. Wichtig: Das ist nicht dasselbe wie Turnitin — Turnitin wird an der Uni Wien in Moodle für Lehrveranstaltungen eingesetzt, die verpflichtende Prüfung der Abschlussarbeit läuft aber über den u:space-Weg.

Wird meine Bachelorarbeit an der Uni Wien auf Plagiate geprüft?

Nicht im Rahmen dieser verpflichtenden Prüfung. Die elektronische Plagiatsprüfung gilt für Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Master Theses und Dissertationen — im Text der Universität ausdrücklich „gilt nicht für Bachelorarbeiten“. Das heißt aber nicht, dass Bachelorarbeiten ungeprüft bleiben: Einzelne Lehrende und Studienprogrammleitungen können eigene Prüfungen ansetzen, und die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis gelten für jede Arbeit.

Ab wie viel Prozent gilt eine Arbeit an der Uni Wien als Plagiat?

Es gibt keine veröffentlichte Prozentgrenze, und das ist kein Versäumnis, sondern Absicht. Ein Ähnlichkeitswert ist kein Plagiatsurteil: Korrekt zitierte Passagen, Standardformulierungen und das Literaturverzeichnis erzeugen Übereinstimmungen, während ein einziger nicht gekennzeichneter Absatz bei niedrigem Gesamtwert bereits ein Plagiat sein kann. Entscheidend ist die inhaltliche Prüfung jeder Markierung durch Betreuung und Studienpräses, nicht die Zahl.

Wie lange dauert die Plagiatsprüfung an der Uni Wien?

Die Universität veröffentlicht dazu keine verbindliche Frist. Planen Sie die Prüfung deshalb als eigenen Schritt vor dem Abgabetermin ein und nicht als Formalität am letzten Tag — der Upload erfolgt erst nach der Druckfreigabe durch die Betreuung, und beide Schritte brauchen Zeit. Wer auf Nummer sicher gehen will, fragt die zuständige StudienServiceStelle nach der aktuellen Bearbeitungsdauer.

Was passiert, wenn ein Plagiat erst nach der Benotung auffällt?

Dann kann die Beurteilung nach § 73 Universitätsgesetz für nichtig erklärt werden. Wurde der akademische Grad bereits verliehen, ist ein Widerruf nach § 89 UG möglich — innerhalb von zehn Jahren ab dem Zeitpunkt der Beurteilung. Der Widerruf kann sich fortsetzen: Wurde ein Bachelorgrad erschlichen und darauf ein Masterstudium aufgebaut, entfällt mit der Voraussetzung auch der Mastergrad.

Prüfe deine Arbeit auf KI-Text — kostenlos

Die ersten 1.500 Wörter kostenlos, ohne Anmeldung. Bei jedem Ergebnis steht, wie oft dieses Urteil bei nachweislich menschlich geschriebenen Texten falsch liegt — das veröffentlicht sonst niemand.

Wir bauen gerade einen Schreibarbeitsplatz: dein Word- oder LaTeX-Dokument, deine PDFs daneben und ein Assistent, der nur belegen kann, was wirklich darin steht — ansehen und vormerken.