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Seitenzahlen in Word: römisch, arabisch und das Deckblatt ohne Zahl

|8 min Lesezeit

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Die kurze Antwort

Unterschiedliche Seitenzahlen in einem Word-Dokument brauchen Abschnittsumbrüche, keine Seitenumbrüche. Du setzt einen Abschnittsumbruch „Nächste Seite“ vor den Verzeichnissen und einen zweiten vor der Einleitung, hebst in jedem neuen Abschnitt die Option „Mit vorheriger verknüpfen“ auf, stellst im zweiten Abschnitt römische Ziffern beginnend bei II und im dritten arabische Ziffern beginnend bei 1 ein, und blendest die Zahl auf dem Deckblatt über „Erste Seite anders“ aus. Das ist der ganze Vorgang; alles Weitere sind Varianten davon.

Der Grund, warum das so oft schiefgeht: Word verwaltet Seitenzahlen nicht pro Seite, sondern pro Abschnitt. Solange dein Dokument aus einem einzigen Abschnitt besteht, kann es auch nur einen Nummernkreis haben — egal, wie oft du auf einzelne Zahlen klickst.

Wie die Nummerierung aufgebaut ist

Die in Deutschland übliche Struktur besteht aus drei Bereichen:

  1. Deckblatt. Wird als Seite I mitgezählt, trägt aber keine sichtbare Zahl. Manche Vorgaben schließen hier auch ein Sperrvermerk- oder Danksagungsblatt ein.
  2. Verzeichnisse. Inhaltsverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis, Abbildungsverzeichnis, Tabellenverzeichnis — römisch nummeriert, sichtbar ab II.
  3. Textteil. Ab der Einleitung arabisch, beginnend bei 1, bis zum Ende des Fazits und in der Regel weiter durch Literaturverzeichnis und Anhang.

Ob Literaturverzeichnis und Anhang arabisch weiterlaufen oder wieder römisch werden, ist eine Frage der Hausvorgabe. Arabisch weiterlaufen zu lassen ist die verbreitetere und einfachere Variante — sie kommt mit drei Abschnitten aus.

Der Abschnittsumbruch — der entscheidende Schritt

Ein Seitenumbruch (Strg + Enter) beginnt eine neue Seite. Mehr nicht. Ein Abschnittsumbruch beginnt einen neuen Formatierungsbereich: Innerhalb eines Abschnitts können Seitennummerierung, Kopf- und Fußzeilen, Seitenränder und Ausrichtung unabhängig von allen anderen Abschnitten eingestellt werden.

Für drei Nummernkreise brauchst du genau zwei Abschnittsumbrüche: einen nach dem Deckblatt und einen vor der Einleitung.

Ein Tipp, der die Fehlersuche halbiert: Schalte die Formatierungszeichen ein (Reiter Start, das ¶-Symbol, oder Strg + Umschalt + 8). Abschnittsumbrüche werden dann als gepunktete Doppellinie mit der Beschriftung „Abschnittsumbruch (Nächste Seite)“ sichtbar. Ohne diese Anzeige suchst du nach etwas Unsichtbarem.

Schritt für Schritt in Word

Die Bezeichnungen stammen aus aktuellen Word-Versionen für Windows; auf dem Mac heißen die Menüpunkte fast gleich, liegen aber teilweise unter Layout statt Seitenlayout.

  1. Abschnittsumbruch nach dem Deckblatt. Cursor ganz ans Ende des Deckblatts setzen. Dann Layout → Umbrüche → Abschnittsumbrüche → Nächste Seite.
  2. Abschnittsumbruch vor der Einleitung. Cursor ans Ende der letzten Verzeichnisseite, direkt vor die Überschrift der Einleitung. Wieder Layout → Umbrüche → Nächste Seite. Dein Dokument hat jetzt drei Abschnitte.
  3. Seitenzahl einfügen. Einfügen → Seitenzahl → Seitenende und eine Position wählen. Word setzt sie zunächst überall durchgehend arabisch ein — das ist normal.
  4. Verknüpfung im zweiten Abschnitt lösen. Doppelklick in die Fußzeile der ersten Verzeichnisseite. Im Reiter Kopf- und Fußzeile die aktive Schaltfläche Mit vorheriger verknüpfen anklicken, sodass sie nicht mehr hervorgehoben ist. Der Hinweis „Wie vorherige“ am rechten Rand der Fußzeile verschwindet dadurch.
  5. Dasselbe im dritten Abschnitt. In die Fußzeile der Einleitungsseite klicken, Mit vorheriger verknüpfen ebenfalls ausschalten. Dieser Schritt wird am häufigsten vergessen, und er ist der Grund, warum sich hinterher „alles zusammen ändert“.
  6. Römische Ziffern für die Verzeichnisse. Cursor in den zweiten Abschnitt, dann Einfügen → Seitenzahl → Seitenzahlen formatieren. Als Zahlenformat I, II, III wählen und unter Beginnen bei den Wert I eintragen — das Deckblatt ist Seite I, das Inhaltsverzeichnis wird damit II.
  7. Arabische Ziffern für den Textteil. Cursor in den dritten Abschnitt, wieder Seitenzahlen formatieren. Zahlenformat 1, 2, 3 und Beginnen bei: 1. Wichtig ist hier Beginnen bei statt Fortsetzen vom vorherigen Abschnitt.
  8. Deckblatt ohne Zahl. Cursor in den ersten Abschnitt, Fußzeile öffnen, im Reiter Kopf- und Fußzeile das Häkchen bei Erste Seite anders setzen. Die Zahl verschwindet, die Zählung bleibt.
  9. Kontrolle. Über die Seitenvorschau durchblättern: Deckblatt ohne Zahl, Inhaltsverzeichnis II, Einleitung 1. Wenn eine dieser drei Seiten nicht stimmt, liegt es fast immer an Schritt 4 oder 5.

„Mit vorheriger verknüpfen“ — warum nichts funktioniert

Wenn du eine Sache aus diesem Beitrag mitnimmst, dann diese: Ein neuer Abschnitt ist in Word standardmäßig nicht unabhängig. Er übernimmt Kopf- und Fußzeile des vorherigen Abschnitts, solange Mit vorheriger verknüpfen aktiv ist. Eine Änderung an der Nummerierung schlägt dann auf alle verknüpften Abschnitte durch — und das sieht genau so aus, als hätte der Abschnittsumbruch nicht funktioniert.

Die Prüfung ist schnell: Fußzeile öffnen. Steht rechts oben an der Fußzeile der graue Hinweis „Wie vorherige“, ist die Verknüpfung noch aktiv. Ausschalten, dann erst formatieren.

Ein zweiter Stolperstein derselben Art: Kopf- und Fußzeile sind getrennt verknüpft. Wenn du oben eine Kolumnentitelzeile hast, musst du die Verknüpfung dort separat lösen.

Inhaltsverzeichnis aktualisieren

Nach der Umstellung stimmen die Seitenzahlen im Inhaltsverzeichnis nicht mehr. Rechtsklick auf das Verzeichnis → Felder aktualisierenGesamtes Verzeichnis aktualisieren. Mach das grundsätzlich als letzten Schritt vor dem PDF-Export, nicht zwischendurch.

Und der Punkt, der die eigentliche Zeitersparnis bringt: Ein automatisches Inhaltsverzeichnis entsteht nur, wenn deine Überschriften auch als Formatvorlagen Überschrift 1, Überschrift 2 und so weiter formatiert sind — nicht als fett gesetzter Fließtext. Wer das von Anfang an macht, spart sich in der Abgabewoche mehrere Stunden.

Exportiere zum Schluss als PDF und blättere es einmal durch. Der Export ist die einzige Kontrolle, die zeigt, was tatsächlich abgegeben wird — Word-Ansicht und PDF weichen bei Umbrüchen gelegentlich voneinander ab.

Ränder, Zeilenabstand, Schriftgröße

Die verbreiteten Werte für deutsche Abschlussarbeiten, wenn dein Merkblatt nichts anderes vorgibt:

  • Ränder: oben, unten und rechts je 2,5 cm, links 3 bis 4 cm. Der breitere linke Rand ist Bindungszugabe — bei rein digitaler Abgabe ist er nicht nötig, schadet aber auch nicht.
  • Zeilenabstand: 1,5-zeilig im Fließtext. Fußnoten, längere eingerückte Zitate und Tabellen laufen einzeilig.
  • Schrift: 12 pt bei Serifenschriften wie Times New Roman oder Cambria, 11 pt bei serifenlosen wie Arial oder Calibri. Fußnoten zwei Punkt kleiner.
  • Ausrichtung: Blocksatz mit eingeschalteter automatischer Silbentrennung (Layout → Silbentrennung → Automatisch). Blocksatz ohne Silbentrennung erzeugt die typischen Löcher zwischen den Wörtern.
  • Absatzabstand: ein definierter Abstand nach dem Absatz, etwa 6 bis 12 Punkt, statt Leerzeilen. Leerzeilen verrutschen bei jeder späteren Änderung.
  • Überschriften: über Formatvorlagen, mit „Absatzkontrolle“ und „Nicht trennen vom folgenden Absatz“ — das verhindert allein stehende Überschriften am Seitenende.

Wenn es trotzdem nicht klappt

  • Alle Zahlen ändern sich gemeinsam → eine Verknüpfung ist noch aktiv. Fußzeile jedes Abschnitts einzeln prüfen.
  • Die Einleitung beginnt bei 4 statt bei 1 → im dritten Abschnitt steht Fortsetzen vom vorherigen Abschnitt. Auf Beginnen bei: 1 umstellen.
  • Auf dem Deckblatt steht eine Zahl → „Erste Seite anders“ ist nicht gesetzt, oder es ist im falschen Abschnitt gesetzt.
  • Eine leere Seite ist aufgetaucht → der Abschnittsumbruch war möglicherweise „Gerade Seite“ oder „Ungerade Seite“ statt „Nächste Seite“. Umbruch löschen und neu setzen.
  • Der Abschnittsumbruch lässt sich nicht löschen → Formatierungszeichen einblenden, Cursor direkt davor setzen und die Entf-Taste benutzen. Achtung: Beim Löschen eines Abschnittsumbruchs übernimmt der vorangehende Abschnitt die Formatierung des folgenden.
  • Nichts ergibt mehr Sinn → alle Abschnittsumbrüche entfernen und die Anleitung einmal sauber von vorn durchgehen. Das dauert zehn Minuten und ist meist schneller, als ein verschachteltes Durcheinander zu reparieren.

Wenn du gerade ohnehin an der Gliederung sitzt: Welche Verzeichnisse in welcher Reihenfolge stehen und was in den Anhang gehört, findest du in unseren Strukturvorlagen für Abschlussarbeiten. Und wie das Deckblatt selbst aussehen muss, steht im Beitrag zum Deckblatt der Bachelorarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Wie entferne ich die Seitenzahl nur vom Deckblatt?

Doppelklick in die Fußzeile, dann im Reiter „Kopf- und Fußzeile“ das Häkchen bei „Erste Seite anders“ setzen. Die Zahl verschwindet auf der ersten Seite des Abschnitts, die Zählung läuft aber weiter. Lösche die Zahl niemals von Hand — Word behandelt Kopf- und Fußzeilen abschnittsweise, und ein manuelles Löschen entfernt sie im ganzen Abschnitt.

Warum ändern sich alle Seitenzahlen, wenn ich eine ändere?

Weil deine Fußzeile noch mit der vorherigen verknüpft ist. Word setzt neue Abschnitte standardmäßig auf „Mit vorheriger verknüpfen“, sodass sie die Fußzeile des Vorgängers erben. Klicke in die Fußzeile des neuen Abschnitts und schalte diese Option aus — erst danach sind die Abschnitte wirklich unabhängig.

Welche Seitenzahl bekommt das Inhaltsverzeichnis?

Üblicherweise römisch II, weil das Deckblatt als Seite I mitgezählt, aber nicht beschriftet wird. Das Inhaltsverzeichnis, das Abkürzungs-, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis laufen dann römisch weiter, und mit der Einleitung beginnt die arabische Zählung neu bei 1. Prüfe die Vorgabe deiner Hochschule, sie geht vor.

Was ist der Unterschied zwischen Seitenumbruch und Abschnittsumbruch?

Ein Seitenumbruch beginnt nur eine neue Seite. Ein Abschnittsumbruch beginnt einen neuen Formatierungsbereich, in dem Seitennummerierung, Kopf- und Fußzeile, Ränder und Ausrichtung unabhängig eingestellt werden können. Für unterschiedliche Nummernkreise in einem Dokument brauchst du zwingend Abschnittsumbrüche — mit Seitenumbrüchen allein geht es nicht.

Werden Deckblatt und Verzeichnisse zum Seitenumfang gezählt?

In der Regel nicht. Wenn die Vorgabe „40 bis 60 Seiten“ lautet, sind damit fast immer die Textseiten von der Einleitung bis zum Fazit gemeint, ohne Deckblatt, Verzeichnisse, Anhang und Erklärung. Weil Formulierungen sich unterscheiden, steht die verbindliche Auslegung im Merkblatt deiner Fakultät.

Welche Ränder und welcher Zeilenabstand sind üblich?

Verbreitet sind 1,5-zeiliger Abstand, Schriftgröße 12 pt bei einer Serifenschrift oder 11 pt bei einer serifenlosen, Blocksatz mit aktivierter Silbentrennung und Ränder von etwa 2,5 cm oben, unten und rechts sowie 3 bis 4 cm links für die Bindung. Fußnoten laufen kleiner und einzeilig. Auch hier gilt: Wo dein Merkblatt etwas anderes sagt, gilt das Merkblatt.

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Die ersten 1.500 Wörter kostenlos, ohne Anmeldung. Bei jedem Ergebnis steht, wie oft dieses Urteil bei nachweislich menschlich geschriebenen Texten falsch liegt — das veröffentlicht sonst niemand.

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