Die kurze Antwort
Ein Abbildungsverzeichnis listet alle Abbildungen deiner Bachelor- oder Masterarbeit mit Nummer, Titel und Seitenzahl auf. Es steht in den meisten Leitfäden direkt hinter dem Inhaltsverzeichnis, mit römischer Seitenzahl, gefolgt vom Tabellenverzeichnis. In Word erstellst du es in zwei Schritten: Zuerst gibst du jeder Abbildung über Verweise > Beschriftung einfügen eine nummerierte Beschriftung, dann setzt du an der gewünschten Stelle über Verweise > Abbildungsverzeichnis einfügen das Verzeichnis ein. Nach Änderungen markierst du es und drückst F9. Unter jeder fremden Abbildung steht ihre Quelle, unter selbst erstellten „Eigene Darstellung“.
Wie das im Einzelnen aussieht, und welche Fehler Betreuende am häufigsten anstreichen, steht in den Abschnitten unten. Jeder lässt sich für sich lesen.
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Wohin gehört das Abbildungsverzeichnis?
Das Abbildungsverzeichnis gehört zu den Verzeichnissen vor dem Textteil. Eine typische, verbindlich vorgegebene Reihenfolge steht zum Beispiel im Leitfaden eines BWL-Lehrstuhls der Universität Mannheim:
| Teil | Seitenzahl |
|---|---|
| Titelblatt | keine |
| Inhaltsverzeichnis | römisch |
| ggf. Anhangsverzeichnis | römisch |
| ggf. Abbildungsverzeichnis | römisch |
| ggf. Tabellenverzeichnis | römisch |
| ggf. Abkürzungs- und Symbolverzeichnis | römisch |
| Textteil, Anhang, Literaturverzeichnis | arabisch |
Das „ggf.“ ist wichtig: Ein Abbildungsverzeichnis brauchst du nur, wenn deine Arbeit Abbildungen enthält. Einige Institute stellen die Verzeichnisse auch hinter das Literaturverzeichnis oder lassen den Anhang anders einordnen. Die Reihenfolge ist keine Norm, sondern eine Hausregel. Wenn dein Leitfaden etwas anderes sagt, gilt dein Leitfaden. Wie du die Umstellung von römischen auf arabische Seitenzahlen in Word hinbekommst, erklärt unser Beitrag zu Seitenzahlen in Word. Den Gesamtaufbau der Arbeit findest du unter Bachelorarbeit Aufbau und Gliederung.
Im Inhaltsverzeichnis taucht das Abbildungsverzeichnis meist als eigener Eintrag mit römischer Seitenzahl auf, aber ohne Kapitelnummer. So macht es zum Beispiel der Leitfaden des Fachgebiets TIM der TU Darmstadt, der selbst nach diesem Muster gesetzt ist.
Was muss ins Abbildungsverzeichnis?
Jede Abbildung im Textteil, mit drei Angaben pro Zeile:
- Nummer:fortlaufend, „Abbildung 1“, „Abbildung 2“ und so weiter. Manche Leitfäden erlauben die Nummerierung pro Kapitel („Abbildung 3.2“). Tabellen werden getrennt davon nummeriert.
- Titel:ein Titel, der sagt, was die Abbildung zeigt. „Abbildung 4: Ergebnis“ ist zu wenig, „Abbildung 4: Anteil der Befragten nach Studienfach (n = 112)“ ist gut.
- Seitenzahl: die Seite, auf der die Abbildung steht. Die setzt Word automatisch.
Als „Abbildung“ zählt alles, was kein Fließtext und keine Tabelle ist: Diagramme, Grafiken, Modelle, Fotos, Screenshots, Karten. Tabellen bekommen ein eigenes Tabellenverzeichnis mit derselben Logik. Bei sehr wenigen Abbildungen und Tabellen erlauben manche Institute ein gemeinsames Verzeichnis; frag vorher nach. Abbildungen, die nur im Anhang stehen, kommen je nach Leitfaden ins Anhangsverzeichnis statt ins Abbildungsverzeichnis.
Ein kurzes Beispiel, wie es aussehen kann:
| Abbildungsverzeichnis | Seite |
|---|---|
| Abbildung 1: Forschungsmodell der Arbeit (Quelle: Eigene Darstellung) | 7 |
| Abbildung 2: Technologieakzeptanzmodell (in Anlehnung an Davis, 1989) | 9 |
| Abbildung 3: Nutzungshäufigkeit nach Studienfach (n = 112) | 21 |
Abbildungsverzeichnis in Word erstellen
Word erstellt das Verzeichnis nicht aus deinem Text, sondern aus Beschriftungen. Deshalb kommen zuerst die Beschriftungen, dann das Verzeichnis. Die Schritte stammen aus den Microsoft-Hilfeseiten zu Beschriftungen und zum Abbildungsverzeichnis (Word für Microsoft 365 und Word 2016 bis 2024).
Schritt 1: Jede Abbildung beschriften
- Klicke die Abbildung an.
- Wähle Verweise > Beschriftung einfügen(Gruppe „Beschriftungen“).
- Wähle bei Bezeichnung „Abbildung“. Fehlt sie, legst du sie über Neue Bezeichnungan. Für Tabellen nimmst du „Tabelle“.
- Schreib hinter die Nummer einen Doppelpunkt und den Titel, zum Beispiel „: Forschungsmodell der Arbeit“.
- Wähle bei Position, ob die Beschriftung über oder unter das Element kommt, und bestätige mit OK.
Die Nummer fügt Word als Feld ein. Wenn du später eine Abbildung dazwischenschiebst, zählt Word richtig weiter. Siehst du statt „Abbildung 1“ etwas wie „{SEQ Abbildung \* ARABIC}“, zeigt Word Feldfunktionen an; laut Microsoft schaltest du mit ALT+F9 zurück.
Schritt 2: Das Verzeichnis einfügen
- Setz den Cursor auf eine leere Seite hinter dem Inhaltsverzeichnis.
- Schreib die Überschrift „Abbildungsverzeichnis“.
- Wähle Verweise > Abbildungsverzeichnis einfügen. Microsoft nennt den Befehl je nach Version auch Abbildungstabelle einfügen; bei schmalem Fenster ist nur das Symbol zu sehen.
- Wähle im Dialog als Beschriftungskategorie „Abbildung“, stell Format und Füllzeichen ein und klicke OK.
- Für das Tabellenverzeichniswiederholst du Schritt 3 und 4 mit der Kategorie „Tabelle“.
Abbildungsverzeichnis in Word aktualisieren
Das Verzeichnis ist ein Feld und aktualisiert sich nicht von selbst, wenn du Abbildungen verschiebst oder Titel änderst. So geht es laut Microsoft:
- Klick ins Verzeichnis, damit es markiert ist.
- Wähle Verweise > Tabelle aktualisieren oder drücke F9. Die Schaltfläche erscheint nur, solange das Verzeichnis markiert ist.
- Wähle Seitenzahlen aktualisieren, wenn sich nur der Umbruch verschoben hat, oder Gesamtes Verzeichnis aktualisieren, wenn du Abbildungen verschoben, hinzugefügt oder Titel geändert hast.
Mach das als letzten Schritt vor dem PDF-Export, zusammen mit dem Inhaltsverzeichnis. Ein Verzeichnis mit falschen Seitenzahlen fällt beim ersten Durchblättern auf.
LibreOffice und LaTeX
LibreOffice Writer funktioniert nach demselben Prinzip (laut LibreOffice-Hilfe):
- Abbildung markieren, Einfügen > Beschriftung…, Kategorie „Abbildung“ wählen.
- Verzeichnis über Einfügen > Verzeichnis > Verzeichnis…, als Typ „Abbildungsverzeichnis“ bzw. „Tabellenverzeichnis“, erzeugt aus den Beschriftungen.
- Aktualisieren per Rechtsklick ins Verzeichnis > Verzeichnis aktualisieren oder über Extras > Aktualisieren > Verzeichnisse.
LaTeX braucht einen Befehl. Laut LaTeX2e-Referenz erzeugt \listoffigures das Abbildungsverzeichnis und \listoftables das Tabellenverzeichnis, jeweils an der Stelle, an der der Befehl steht. Die Einträge kommen aus den \caption-Befehlen deiner figure- und table-Umgebungen. Zwei Hinweise aus derselben Referenz, die viel Zeit sparen:
- Das Verzeichnis wird über eine Hilfsdatei gebaut. Beim ersten Kompilieren ist es leer oder veraltet; kompiliere ein zweites Mal.
- Mit
\caption[Kurztitel]{Langer Titel}steht im Verzeichnis nur der Kurztitel. Damit hältst du lange Beschriftungen oder Quellenangaben aus dem Verzeichnis heraus.
Quellenangabe bei Abbildungen: eigene Darstellung, in Anlehnung an
Jede Abbildung, die nicht vollständig von dir stammt, braucht eine Quelle, genau wie ein Zitat. Die Quelle steht unter der Abbildung und zusätzlich vollständig im Literaturverzeichnis. Im deutschsprachigen Raum sind drei Formeln verbreitet. Der Mannheimer Leitfaden verlangt etwa „eigene Darstellung“ bei selbst erstellten und „eigene Darstellung in Anlehnung an …“ bei erheblich veränderten Darstellungen.
| Situation | Angabe unter der Abbildung |
|---|---|
| Unverändert übernommen | Quelle: Autor (Jahr), Seite |
| Übernommen, aber verändert oder neu gezeichnet | Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Autor (Jahr), Seite |
| Komplett selbst erstellt, auch aus eigenen Daten | Quelle: Eigene Darstellung |
Wo genau die Quelle steht, regelt dein Institut. Der Darmstädter Leitfaden setzt sie in Klammern hinter den Titel, „(Quelle: Eigene Darstellung)“, sodass sie auch im Abbildungsverzeichnis erscheint. Derselbe Leitfaden setzt die Beschriftung von Tabellen über die Tabelle und die von Abbildungen darunter. Wer die Quelle nicht im Verzeichnis haben will, schreibt sie in Word als eigene, normale Textzeile unter die Beschriftung statt in die Beschriftung selbst; in LaTeX hilft der Kurztitel von oben.
Bei APA 7 sieht es anders aus. Laut dem APA-7-Leitfaden der University of Queensland Library steht die fett gesetzte Nummer über der Abbildung, darunter der kursive Titel. Die Quelle kommt als Anmerkung unter die Abbildung, eingeleitet mit „Note.From …“ bei unveränderter Übernahme oder „Note.Adapted from …“ bei Anpassung. Mehr zu Belegen allgemein steht unter richtig zitieren in der Bachelorarbeit, zum Eintrag im Literaturverzeichnis unter Literaturverzeichnis erstellen.
Grafiken aus dem Internet sind keine Ausnahme: Webseite oder Datenquelle, in der Regel mit Abrufdatum, so wie bei jeder Internetquelle im Text. Und „in Anlehnung an“ heißt nicht, dass du jede fremde Grafik nur nachzeichnen musst, um sie zu deiner zu machen. Die Idee bleibt fremd, deshalb bleibt die Quelle stehen.
Die häufigsten Fehler
- Beschriftung von Hand getippt.Dann fehlt die Abbildung im Verzeichnis, und die Nummern stimmen nach der ersten Umstellung nicht mehr. Immer über „Beschriftung einfügen“.
- Verzeichnis nicht aktualisiert. Seitenzahlen von vor drei Wochen. Vor dem Export F9 auf beiden Verzeichnissen.
- Abbildungen und Tabellen in einer Zählung.„Abbildung 3“ und dann „Tabelle 4“, weil beide mit derselben Bezeichnung beschriftet wurden. Getrennte Bezeichnungen, getrennte Zählung.
- Titel ohne Aussage.„Abbildung 2: Grafik“ sagt nichts. Im Verzeichnis sieht man nur die Titel; sie sollten allein verständlich sein.
- Quelle fehlt oder steht nur im Verzeichnis. Die Quelle gehört unter die Abbildung und ins Literaturverzeichnis. Eine fremde Grafik ohne Quelle ist ein Beleg, der fehlt.
- Abbildung im Text nie erwähnt.Jede Abbildung sollte im Text vorkommen („siehe Abbildung 3“). Word kann das über Verweise > Querverweis mit fester Nummer.
- Unscharfe Screenshots.Der Darmstädter Leitfaden verlangt zum Beispiel, dass Abbildungen auch in Schwarz-Weiß kontrastreich und gut lesbar sind. Zeichne Diagramme lieber selbst neu, als ein verpixeltes Bild einzufügen, und gib die Quelle mit „in Anlehnung an“ an.
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Häufig gestellte Fragen
Wohin kommt das Abbildungsverzeichnis in der Bachelorarbeit?
In der Regel direkt hinter das Inhaltsverzeichnis, vor Tabellen- und Abkürzungsverzeichnis und vor dem ersten Textkapitel. Diese Verzeichnisse werden meist römisch nummeriert, der Textteil arabisch. Manche Institute wollen es stattdessen hinter das Literaturverzeichnis. Maßgeblich ist der Leitfaden deines Lehrstuhls.
Muss das Abbildungsverzeichnis ins Inhaltsverzeichnis?
Meist ja: Es steht als eigener Eintrag mit römischer Seitenzahl im Inhaltsverzeichnis, aber ohne Kapitelnummer. In Word erreichst du das, indem du die Überschrift „Abbildungsverzeichnis“ mit einer Überschriften-Formatvorlage formatierst, die das Inhaltsverzeichnis einliest, und die Nummerierung für diese Überschrift abschaltest.
Ab wie vielen Abbildungen brauche ich ein Abbildungsverzeichnis?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Viele Leitfäden führen das Verzeichnis als „ggf.“, also nur, wenn es Abbildungen gibt. Bei einer oder zwei Abbildungen lassen manche Betreuende es weg, andere wollen es trotzdem. Frag nach oder halte dich an den Leitfaden. Im Zweifel schadet ein kurzes Verzeichnis nicht.
Gehört die Quelle ins Abbildungsverzeichnis?
Das regelt dein Institut unterschiedlich. Manche Leitfäden setzen die Quelle in Klammern hinter den Abbildungstitel, dann erscheint sie auch im Verzeichnis. Andere wollen sie als eigene Zeile unter der Abbildung, dann steht im Verzeichnis nur der Titel. Unter der Abbildung muss die Quelle in jedem Fall stehen, und ins Literaturverzeichnis gehört sie auch.
Warum aktualisiert sich mein Abbildungsverzeichnis nicht?
Word baut das Verzeichnis aus Beschriftungen. Abbildungen, deren Unterschrift du von Hand getippt hast, fehlen deshalb. Füge die Beschriftung über Verweise > Beschriftung einfügen neu ein, markiere dann das Verzeichnis und drücke F9 oder wähle „Tabelle aktualisieren“ und dort „Gesamtes Verzeichnis aktualisieren“.
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