Die kurze Antwort
Richtig zitieren in der Bachelorarbeit heißt: Jede Übernahme aus einer fremden Quelle wird dort belegt, wo sie steht. Wörtliche Zitate stehen in Anführungszeichen und brauchen immer eine Seitenangabe, sinngemäße Übernahmen stehen in eigenen Worten und brauchen ebenfalls einen Beleg. Welchen Zitierstil du verwendest, APA 7, Harvard oder die deutsche Zitierweise mit Fußnoten, legt in der Regel die Prüfungsordnung oder der Leitfaden deines Lehrstuhls fest. Den gewählten Stil wendest du in der ganzen Arbeit einheitlich an, und jede zitierte Quelle steht im Literaturverzeichnis.
Die meisten Probleme in Abschlussarbeiten entstehen nicht durch einen falsch gesetzten Punkt, sondern durch unklare Grenzen: Wo endet der Gedanke der Quelle, wo beginnt deiner? Darum geht es in diesem Überblick. Für die Details einzelner Stile und Quellenarten gibt es jeweils eigene Anleitungen, die unten verlinkt sind.
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Was ist der Unterschied zwischen direktem und indirektem Zitat?
Das direkte Zitat übernimmt den Wortlaut einer Quelle Buchstabe für Buchstabe und setzt ihn in Anführungszeichen. Es lohnt sich, wenn die genaue Formulierung selbst wichtig ist: eine Definition, eine prägnante These, eine Aussage, die du im Anschluss analysierst.
Das indirekte Zitat, auch Paraphrase genannt, gibt den Gedanken in eigenen Worten und eigenem Satzbau wieder. Es steht ohne Anführungszeichen, braucht aber genauso einen Beleg. Im Deutschen wird es oft in indirekter Rede formuliert, also mit einem einleitenden Verb und dem Konjunktiv I: Bergmann argumentiert, die Arbeitszeit sei im Homeoffice schwerer abzugrenzen. So bleibt sichtbar, dass die Aussage von der Quelle stammt.
In den meisten Fächern ist die Paraphrase die normale Form, mit Literatur zu arbeiten. Direkte Zitate setzt du gezielt und sparsam ein. Eine Arbeit, die überwiegend aus aneinandergereihten Zitaten besteht, zeigt wenig eigene Verarbeitung. Wie du eine Quelle sauber in eigene Worte bringst, ohne zu nah am Original zu bleiben, steht ausführlich in der Anleitung Paraphrasieren in der Abschlussarbeit.
Wie zitiere ich wörtlich richtig?
Ein wörtliches Zitat muss exakt mit dem Original übereinstimmen. Jede Veränderung wird gekennzeichnet. Die folgenden Regeln gelten unabhängig vom Zitierstil, nur die Schreibweise der Auslassung unterscheidet sich:
- Originaltreue: Rechtschreibung, Zeichensetzung und Hervorhebungen werden übernommen, auch alte Rechtschreibung. Einen offensichtlichen Fehler im Original korrigierst du nicht, sondern markierst ihn mit [sic].
- Auslassungen: In deutschsprachigen Arbeiten meist mit [...] markiert. APA 7 verwendet drei Auslassungspunkte ohne Klammer. Die Auslassung darf den Sinn nicht verändern.
- Ergänzungen: Was du einfügst, damit der Satz verständlich oder grammatisch passend wird, steht in eckigen Klammern, zum Beispiel „Sie [die Beschäftigten] berichten ...“.
- Zitat im Zitat: Anführungszeichen innerhalb des Zitats werden zu einfachen Anführungszeichen: „Die Autorin spricht von einer ‚stillen Verschiebung‘ der Arbeitszeit.“
- Lange Zitate: Ab einer bestimmten Länge werden Zitate als eingerückter Block ohne Anführungszeichen gesetzt. APA 7 zieht die Grenze bei 40 Wörtern, deutsche Leitfäden oft bei etwa drei Zeilen. Lange Zitate sind in einer Bachelorarbeit selten nötig.
- Fremdsprachige Zitate: Englische Zitate bleiben in der Regel im Original. Ob Zitate aus anderen Sprachen übersetzt werden und wie, regelt der Leitfaden deines Instituts.
APA 7, Harvard und Fußnoten an einem Beispiel
Im deutschsprachigen Raum begegnen dir in Bachelorarbeiten vor allem drei Systeme: zwei Autor-Jahr-Systeme mit einem Kurzbeleg in Klammern im Text (APA 7 und Harvard) und die deutsche Zitierweise mit Belegen in Fußnoten. Hier dieselbe fiktive Quelle in allen drei, damit die Unterschiede direkt sichtbar werden: ein Buch von Lena Bergmann, „Arbeit im Wandel“, 2. Auflage, Hamburg 2021, zitiert wird Seite 47.
| Stil | Wörtliches Zitat im Text | Sinngemäßes Zitat im Text | Literaturverzeichnis |
|---|---|---|---|
| APA 7 | (Bergmann, 2021, S. 47) | (Bergmann, 2021) oder (Bergmann, 2021, S. 47) | Bergmann, L. (2021). Arbeit im Wandel (2. Aufl.). Beispielverlag. |
| Harvard | (Bergmann 2021, S. 47) | (vgl. Bergmann 2021, S. 47) | Bergmann, L. (2021): Arbeit im Wandel, 2. Aufl., Hamburg: Beispielverlag. |
| Deutsche Zitierweise | Fußnote: Bergmann, Lena: Arbeit im Wandel, 2. Aufl., Hamburg 2021, S. 47. | Fußnote: Vgl. Bergmann, Lena: Arbeit im Wandel, 2. Aufl., Hamburg 2021, S. 47. | Bergmann, Lena: Arbeit im Wandel, 2. Aufl., Hamburg 2021. |
APA 7 kommt von der American Psychological Association und ist in einem offiziellen Handbuch festgelegt. Ein „vgl.“ gibt es dort nicht, die Seitenangabe bei sinngemäßen Übernahmen wird empfohlen, aber nicht verlangt. Alle Regeln im Detail, von der et-al.-Regel bis zum DOI, stehen in APA 7 zitieren.
Harvard ist kein einzelner Standard, sondern eine Familie ähnlicher Autor-Jahr-Stile ohne offizielles Regelwerk. Deshalb sehen Harvard-Belege von Institut zu Institut leicht anders aus: mit oder ohne Komma nach dem Namen, „S. 47“ oder „: 47“, mit oder ohne „vgl.“. Die Zeile oben zeigt eine verbreitete deutschsprachige Variante. Maßgeblich ist die Variante, die dein Leitfaden vorgibt.
Die deutsche Zitierweise belegt in Fußnoten. Beim ersten Beleg steht oft die vollständige Angabe, danach ein Kurzbeleg, etwa „Bergmann, Arbeit im Wandel, S. 52.“ Folgt derselbe Beleg unmittelbar auf den vorigen, genügt „Ebd., S. 53.“ Manche Leitfäden verlangen schon in der ersten Fußnote nur den Kurzbeleg, weil die vollständige Angabe ohnehin im Literaturverzeichnis steht. Jede Fußnote beginnt mit einem Großbuchstaben und endet mit einem Punkt.
Welche Zitierweise ist die richtige für die Bachelorarbeit?
Die richtige Zitierweise ist die, die deine Hochschule vorgibt. Es gibt keine allgemein beste. Suche in dieser Reihenfolge:
- Prüfungsordnung und Modulhandbuch deines Studiengangs. Dort steht selten ein konkreter Stil, aber manchmal ein Verweis auf einen Leitfaden.
- Leitfaden des Lehrstuhls oder Instituts für wissenschaftliche Arbeiten. Das ist die häufigste und verbindlichste Quelle. Steht dort eine Vorgabe, folgst du ihr auch dann, wenn sie von APA oder Harvard in Details abweicht.
- Deine Betreuung. Gibt es keinen Leitfaden, frag nach, am besten schriftlich und vor dem Schreiben, nicht nach der Abgabe.
Fachtraditionen geben eine Orientierung, ersetzen aber keine Vorgabe: In der Psychologie ist APA verbreitet, in Rechtswissenschaft und Geschichte die Fußnote, in vielen wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Instituten ein Autor-Jahr-System. Wenn du frei wählen darfst, wähle den Stil, der in den Fachzeitschriften deines Themas üblich ist, und bleib dabei. Für Gesetze und Urteile gelten in allen Stilen eigene Konventionen, siehe Gesetze zitieren.
Wann brauche ich eine Seitenangabe?
Bei jedem wörtlichen Zitat, in jedem Stil. Bei sinngemäßen Übernahmen hängt es vom Stil ab: Die deutsche Zitierweise und die meisten Harvard-Varianten verlangen die Seite auch dort, APA 7 empfiehlt sie nur. Viele Institute verlangen sie generell, und das aus gutem Grund: Eine Zahl oder ein Argument ohne Seitenangabe ist in einem Buch mit 300 Seiten für die Prüfenden nicht auffindbar.
Erstreckt sich die Stelle über mehrere Seiten, gib den Bereich an, etwa „S. 47-49“. Die Kürzel „f.“ (die folgende Seite) und „ff.“ (die folgenden Seiten) sind verbreitet, aber ungenauer, und manche Leitfäden raten von „ff.“ ab. Hat eine Quelle keine Seitenzahlen, wie viele Webseiten oder E-Books, nennst du statt der Seite den Abschnitt, die Absatznummer oder die Kapitelüberschrift. Wie das bei Online-Quellen konkret aussieht, steht in Internetquellen zitieren.
Was ist ein Sekundärzitat und wann ist es erlaubt?
Ein Sekundärzitat liegt vor, wenn du eine Quelle zitierst, die du nicht selbst gelesen hast, sondern nur aus einem anderen Werk kennst. Beispiel: Hartmann (2019) zitiert in ihrem Buch einen Satz von Max Weber aus dem Jahr 1922, und du möchtest genau diesen Satz verwenden.
Die Regel lautet: erst das Original suchen. Sekundärzitate sind erlaubt, aber nur als Ausnahme, wenn das Original nicht zugänglich ist. Der Grund ist praktisch: Wer aus zweiter Hand zitiert, übernimmt auch jeden Fehler und jede verkürzte Lesart der vermittelnden Quelle. Wenn du das Original nicht beschaffen kannst, kennzeichnest du beide:
- APA 7: (Weber, 1922, zitiert nach Hartmann, 2019, S. 45). Ins Literaturverzeichnis kommt nur Hartmann, denn nur diese Quelle hast du gelesen.
- Harvard: (Weber 1922, zit. nach Hartmann 2019, S. 45), ebenfalls mit Hartmann im Verzeichnis. Ob Weber zusätzlich aufgeführt wird, regelt der Leitfaden.
- Fußnote: Weber 1922, S. 28, zit. nach Hartmann 2019, S. 45.
Was nicht geht: Weber so zitieren, als hättest du ihn selbst gelesen. Das ist keine Formsache, sondern eine falsche Angabe darüber, auf welcher Grundlage deine Arbeit steht.
Was heißt einheitlich zitieren?
Einheitlich heißt: Jeder Beleg in der Arbeit folgt demselben Muster, vom ersten Kapitel bis zum Anhang. Prüfende sehen Uneinheitlichkeit schneller als jeden anderen Formfehler, weil sie nur zwei Seiten nebeneinanderlegen müssen. Achte besonders auf:
- ein einziges System: entweder Fußnoten oder Klammerbelege, nie beides für Quellen,
- gleiche Zeichensetzung im Beleg: Komma oder kein Komma nach dem Namen, „S. 47“ oder „: 47“,
- „vgl.“ bei sinngemäßen Zitaten immer oder nie, je nach Stil,
- gleiche Abkürzungen: „Aufl.“, „Hrsg.“, „et al.“ oder „u. a.“, aber nicht abwechselnd,
- dieselbe Form für dieselbe Quellenart im Literaturverzeichnis.
Ein Literaturverwaltungsprogramm wie Zotero nimmt dir einen großen Teil davon ab, weil es jeden Beleg aus demselben Stil erzeugt. Fehlerfrei ist es trotzdem nicht: Was falsch importiert wurde, etwa ein fehlender Vorname oder ein Titel in Großbuchstaben, erscheint auch falsch in der Arbeit. Wie du das Verzeichnis aufbaust, sortierst und gegen den Text abgleichst, steht in Literaturverzeichnis erstellen.
Die häufigsten Zitierfehler
- Beleg nur am Absatzende. Steht ein Beleg hinter dem letzten Satz eines langen Absatzes, bleibt offen, ob er für alles gilt oder nur für diesen Satz. Belege gehören an die übernommene Aussage. Stammt ein längerer Gedankengang aus einer Quelle, kündige das am Anfang an.
- Wörtliches Zitat ohne Anführungszeichen. Der Beleg ist da, die Anführungszeichen fehlen. Dann sieht ein fremder Satz aus wie deine Paraphrase. Das passiert oft beim Übertragen aus den eigenen Notizen, wenn dort nicht markiert war, was wörtlich übernommen wurde.
- Paraphrase zu nah am Original. Einzelne Wörter ausgetauscht, Satzbau übernommen. Formal belegt, inhaltlich trotzdem eine wörtliche Übernahme ohne Anführungszeichen.
- Fehlende Seitenangabe beim direkten Zitat. In keinem Stil zulässig.
- Text und Literaturverzeichnis passen nicht zusammen. Quellen, die im Text belegt sind, fehlen im Verzeichnis, oder das Verzeichnis enthält Werke, die im Text nie vorkommen. Jahreszahlen und Schreibweisen der Namen weichen voneinander ab.
- Ungeeignete Quellen. Wikipedia, Vorlesungsfolien oder Ratgeberseiten als Beleg für wissenschaftliche Aussagen. Nutze stattdessen die Fachliteratur, auf die solche Seiten verweisen, und lies sie selbst.
- KI-Ausgaben ohne Kennzeichnung. Ob und wie Text aus einem KI-Werkzeug angegeben werden muss, regelt deine Hochschule. Manche verlangen eine Angabe im Text oder in einem eigenen Verzeichnis; was dort hineingehört, steht in der Vorlage für ein KI-Verzeichnis.
Was hat Zitieren mit Plagiat zu tun?
Korrektes Zitieren ist das, was eine Übernahme von einem Plagiat unterscheidet. Ein Plagiat liegt vor, wenn fremde Formulierungen oder Gedanken ohne erkennbaren Beleg als eigene erscheinen. Ein falsch formatierter Beleg ist dagegen ein Formfehler: Er kostet Punkte, macht die Arbeit aber nicht zum Plagiat. Die Grenze verläuft dort, wo die Leserin nicht mehr erkennen kann, was von dir stammt und was nicht. Die fehlenden Anführungszeichen bei einem wörtlich übernommenen Satz liegen auf der falschen Seite dieser Grenze, auch wenn die Quelle angegeben ist.
Welche Arten von Plagiat es gibt und welche Folgen die Prüfungsordnungen vorsehen, erklärt Was ist ein Plagiat?. Viele Hochschulen lassen Abschlussarbeiten durch eine Software laufen, die Textübereinstimmungen mit anderen Texten anzeigt. Eine solche Übereinstimmung ist kein Urteil: Ob eine markierte Stelle korrekt zitiert ist, entscheidet ein Mensch, der Beleg und Anführungszeichen prüft. Für Formulierungen aus frei zugänglichen Quellen kannst du vor der Abgabe einen Abschnitt mit unserem kostenlosen Plagiat-Check prüfen. Ob eine gefundene Stelle richtig belegt ist, entscheidest auch dort du.
Häufig gestellte Fragen
Welche Zitierweise ist die beste für die Bachelorarbeit?
Die beste Zitierweise ist die, die deine Prüfungsordnung oder der Leitfaden deines Lehrstuhls vorschreibt. Gibt es keine Vorgabe, sprich die Betreuung an und wähle danach einen etablierten Stil wie APA 7, Harvard oder die deutsche Zitierweise mit Fußnoten. Wichtiger als die Wahl ist, dass du den gewählten Stil in der ganzen Arbeit einheitlich anwendest.
Was ist der Unterschied zwischen direktem und indirektem Zitat?
Ein direktes Zitat übernimmt den Wortlaut einer Quelle exakt und steht in Anführungszeichen. Ein indirektes Zitat, auch Paraphrase genannt, gibt den Gedanken in eigenen Worten wieder und steht ohne Anführungszeichen. Beide brauchen einen Quellenbeleg, beim direkten Zitat immer mit Seitenangabe.
Darf ich in der Bachelorarbeit verschiedene Zitierstile mischen?
Nein. Eine Arbeit folgt einem einzigen Zitierstil, im Text wie im Literaturverzeichnis. Wer Fußnoten und Klammerbelege mischt oder Einträge mal nach APA und mal nach Harvard formatiert, macht einen Formfehler, der bei der Bewertung auffällt, auch wenn jede einzelne Quelle korrekt angegeben ist.
Wie zitiere ich eine Quelle, die ich nur aus einem anderen Buch kenne?
Das ist ein Sekundärzitat. Versuche zuerst, das Original zu beschaffen und direkt daraus zu zitieren. Gelingt das nicht, kennzeichnest du beide Quellen, in APA 7 etwa als (Weber, 1922, zitiert nach Hartmann, 2019), und nimmst ins Literaturverzeichnis nur die Quelle auf, die du selbst gelesen hast. Ein Sekundärzitat ist in Abschlussarbeiten erlaubt, sollte aber die Ausnahme bleiben.
Muss ich Allgemeinwissen in der Bachelorarbeit belegen?
Nein. Allgemein bekannte Tatsachen, etwa dass Berlin die Hauptstadt Deutschlands ist, brauchen keinen Beleg. Sobald eine Aussage eine konkrete Zahl, eine Definition, eine Bewertung oder den Gedanken einer bestimmten Person enthält, gehört eine Quelle dazu. Im Zweifel belegst du lieber einmal zu viel.
Ist ein Zitierfehler schon ein Plagiat?
Nicht automatisch. Eine falsch formatierte Quellenangabe ist ein Formfehler. Zum Plagiat wird es, wenn fremde Gedanken oder Formulierungen ohne erkennbaren Beleg als eigene erscheinen, etwa wenn ein wörtlich übernommener Satz die Anführungszeichen verliert. Wie eine Hochschule das bewertet, regelt ihre Prüfungsordnung.
Noch am Anfang deiner Arbeit?
Schreib deine Abschlussarbeit 4-mal schneller
und hol dir die Bestnote.