Plagiatsprüfung Uni Bayreuth: Turnitin und digitale Pflichtabgabe
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Die ersten 1.500 Wörter kostenlos, ohne Anmeldung. Bei jedem Ergebnis steht, wie oft dieses Urteil bei nachweislich menschlich geschriebenen Texten falsch liegt — das veröffentlicht sonst niemand.
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Die kurze Antwort
Die Universität Bayreuth setzt Turnitin ein, und die digitale Abgabe ist hier ungewöhnlich breit verpflichtend: bei Abschlussarbeiten in nahezu allen Studiengängen, bei Dissertationen ohne Einschränkung. Eine Prozentgrenze gibt es nicht. Für KI gilt der bayerische Rahmen: ChatGPT ist kein zugelassenes Hilfsmittel.
Turnitin — und was das heißt
Die Angabe stammt aus der Antwort der Staatsregierung auf eine Schriftliche Anfrage im Bayerischen Landtag, in der die eingesetzte Software Hochschule für Hochschule aufgeführt ist. Bayreuth steht dort unter Turnitin.
Turnitin vergleicht Ihren Text mit Internetquellen, Verlagsdatenbanken und einem Bestand früher eingereichter Arbeiten und erzeugt einen Ähnlichkeitsbericht. Was der Bericht nicht leistet, hat die TU München in ihren eigenen Nutzungsbedingungen für dasselbe Produkt deutlicher formuliert als die meisten Anbieter: „In keinem Fall kann die Software selbst eine mögliche Verletzung der Richtlinien der Guten Wissenschaftlichen Praxis prüfen.“ Der Wortlaut steht auf unserer TUM-Seite und gilt der Sache nach für jede Hochschule, die dasselbe System nutzt.
Zur Datierung:Die Landtagsauskunft ist vom 17. Juli 2019. Seitdem hat sich der Markt konsolidiert — Urkund wurde zu Ouriginal und ging in Turnitin auf, Ephorus wurde eingestellt, PlagScan übernommen. Dass geprüft wird, steht fest; welches Produkt heute konkret läuft, sagt Ihnen Ihr Prüfungsamt.
Digitale Abgabe: nahezu flächendeckend
Hier unterscheidet sich Bayreuth spürbar von den größeren bayerischen Universitäten. Die Antworten im direkten Vergleich:
- Bayreuth: Abschlussarbeiten ja, in nahezu allen Studiengängen. Dissertationen ja.
- LMU München: Prüfungs- und Promotionsausschüsse können die elektronische Fassung verlangen — allgemein oder im Einzelfall.
- TU München: nein.
- Würzburg: Abschlussarbeiten ja, Dissertationen je nach Fakultät.
Das ist keine Formalie: Die digitale Fassung ist die Voraussetzung dafür, dass überhaupt maschinell geprüft werden kann. Wo sie verpflichtend ist, sollten Sie davon ausgehen, dass geprüft wird — unabhängig davon, ob man es Ihnen angekündigt hat.
Bayreuth gehört außerdem zu den Universitäten, an denen laut derselben Auskunft Schulungen zur Plagiatsprävention stattfinden, neben Erlangen-Nürnberg, Regensburg, Würzburg, LMU und TUM. Wenn Ihr Institut eine anbietet: hingehen. Es ist die einzige Gelegenheit, die Regeln von den Leuten zu hören, die sie anwenden.
Ihre Arbeit landet in der Vergleichsdatenbank
Das ist die Konsequenz der digitalen Pflichtabgabe, die am wenigsten bedacht wird. Eingereichte Arbeiten werden gespeichert und dienen der Prüfung künftiger Arbeiten. Daraus folgen zwei praktische Dinge:
- Selbstplagiat wird sichtbar. Wenn Sie auf Ihrer eigenen Seminararbeit aufbauen, taucht sie als Treffer auf. Das ist lösbar — zitieren Sie sich selbst wie jede andere Quelle und sagen Sie es Ihrer Betreuung vorher —, aber es ist unangenehm, wenn es überrascht.
- Anonymisierung ist eine berechtigte Frage. Die TU München empfiehlt für ihre School of Engineering and Design ausdrücklich, Arbeiten anonymisiert zur Prüfung einzureichen, und hält fest, dass dies zugelassen werden muss. Ob Ihr Lehrstuhl in Bayreuth das ebenso handhabt, ist eine Frage, die Sie stellen dürfen.
KI-Nutzung in Bayreuth
Bayreuth ist eine bayerische staatliche Universität, damit gilt der Rahmen aus KI-Regeln an bayerischen Hochschulen. Die drei Punkte, die Sie brauchen:
- ChatGPT ist kein zugelassenes Hilfsmittel. Was nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist bei Prüfungsleistungen nicht erlaubt.
- Ein Täuschungsversuch liegt bereits vor, wenn über die Eigenständigkeit der Leistung oder die Autorenschaft getäuscht wird — ein Plagiat muss dafür nicht vorliegen.
- Ein Verstoß gegen die unterschriebene Eigenständigkeitserklärung kann nach § 156 StGB relevant werden; die Hochschule gilt dabei als Behörde.
Praktisch heißt das: Fragen Sie Ihre Betreuung schriftlich, ob und wofür Sie Hilfsmittel einsetzen dürfen, und legen Sie offen, was Sie genutzt haben. Formulierungen stehen in unserer Anleitung zur eidesstattlichen Erklärung.
Quellen
Geprüft am 3. September 2026. Softwareangaben mit Stand 2019.
- Bayerischer Landtag, Drucksache 18/2360 vom 17.07.2019: Prävention von Plagiaten an bayerischen Universitäten und Hochschulen — Software je Hochschule, digitale Abgabe, Schulungen.
- TUM School of Engineering and Design: Information zur Nutzung von Turnitin — Grenzen der Software, anonyme Einreichung, Speicherung.
Diese Seite ist eine Orientierung und keine Rechtsberatung. Verbindlich sind Ihre Prüfungsordnung und die Auskunft Ihres Prüfungsamts.
Häufig gestellte Fragen
Nutzt die Universität Bayreuth Turnitin?
Ja. In der Antwort der Staatsregierung auf eine Schriftliche Anfrage im Bayerischen Landtag ist die Universität Bayreuth ausdrücklich unter den Turnitin-Nutzern aufgeführt, gemeinsam mit Augsburg, LMU München, TU München und Würzburg. Diese Auskunft stammt allerdings von 2019 — für den aktuellen Stand ist die Angabe Ihres Prüfungsamts maßgeblich.
Muss ich meine Abschlussarbeit in Bayreuth digital abgeben?
Ja, und zwar breiter als an den meisten anderen bayerischen Universitäten. Für Abschlussarbeiten wurde die digitale Einreichung als verpflichtend „in nahezu allen Studiengängen“ angegeben, für Dissertationen uneingeschränkt mit „Ja“. Zum Vergleich: An der LMU können die Ausschüsse es verlangen, an der TU München wurde die Frage mit „Nein“ beantwortet.
Wird meine Arbeit gespeichert?
In der Regel ja. Systeme wie Turnitin vergleichen nicht nur gegen Internet und Verlagsdatenbanken, sondern nehmen eingereichte Arbeiten in einen Bestand auf, gegen den künftige Arbeiten geprüft werden. Praktisch heißt das zweierlei: Ihre eigene frühere Arbeit kann später als Treffer auftauchen — Stichwort Selbstplagiat — und Sie sollten wissen, dass die Speicherung stattfindet.
Ab wie viel Prozent wird es in Bayreuth kritisch?
Es gibt keine veröffentlichte Grenze, an keiner bayerischen Universität. Die Staatsregierung weist in derselben Landtagsantwort ausdrücklich darauf hin, dass der Einsatz von Plagiatssoftware generell Grenzen hat. Der Bericht ist ein Werkzeug für die inhaltliche Prüfung: Entscheidend ist, ob jede Übernahme belegt ist, nicht welche Zahl oben steht.
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Die ersten 1.500 Wörter kostenlos, ohne Anmeldung. Bei jedem Ergebnis steht, wie oft dieses Urteil bei nachweislich menschlich geschriebenen Texten falsch liegt — das veröffentlicht sonst niemand.
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