Plagiatsprüfung Uni Würzburg: Software, Abgabe und KI-Leitlinie
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Die ersten 1.500 Wörter kostenlos, ohne Anmeldung. Bei jedem Ergebnis steht, wie oft dieses Urteil bei nachweislich menschlich geschriebenen Texten falsch liegt — das veröffentlicht sonst niemand.
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Die kurze Antwort
Die Universität Würzburg setzt Turnitin und iThenticate ein, die digitale Abgabe von Abschlussarbeiten ist verpflichtend, und für Dissertationen hängt sie von der Fakultät ab. Für KI gilt der bayerische Rahmen — ChatGPT ist kein zugelassenes Hilfsmittel — ergänzt um eine eigene KI-Leitlinie der JMU, die zuletzt als Arbeitsfassung mit Stand 2025 vorlag.
Eine Würzburger Besonderheit, die weit über die Stadt hinausreicht: Am Rechenzentrum der Universität ist die Stabsstelle IT-Recht der bayerischen staatlichen Universitäten und Hochschulen angesiedelt. Deren Gutachten zu ChatGPT ist die maßgebliche Rechtsauskunft für alle bayerischen Hochschulen — dazu unten mehr.
Welche Software eingesetzt wird
Die belastbarste öffentliche Quelle dafür ist ungewöhnlich: eine Schriftliche Anfrage im Bayerischen Landtag, die die Staatsregierung Hochschule für Hochschule beantwortet hat. Für Würzburg sind darin genannt:
- Turnitin — der verbreitete Standard, auch an Bayreuth, Augsburg, LMU und TUM im Einsatz.
- iThenticate — aus demselben Haus, spezialisiert auf Fachliteratur und Verlagsdatenbanken, typischerweise für Dissertationen.
Und jetzt die notwendige Einschränkung:Diese Auskunft ist vom 17. Juli 2019. Der Markt hat sich seitdem erheblich konsolidiert — Urkund wurde zu Ouriginal und ging in Turnitin auf, Ephorus wurde eingestellt, PlagScan wurde übernommen. Es ist deshalb gut möglich, dass Ihre Fakultät heute etwas anderes oder nur noch eines der beiden Systeme nutzt. Die Liste sagt Ihnen verlässlich, dass geprüft wird, und mit welcher Art von System — nicht, welches Produkt diese Woche läuft.
Die Staatsregierung fügt in derselben Antwort eine Einordnung hinzu, die Sie kennen sollten: Der Einsatz solcher Software hat generell Grenzen. Sie findet Textübereinstimmung; sie entscheidet nicht, ob ein Plagiat vorliegt. Was der Prozentwert wirklich misst, steht in Wie viel Prozent Plagiat sind erlaubt?
Wo die digitale Abgabe verpflichtend ist
Die digitale Fassung ist kein Verwaltungsselbstzweck — sie ist die Voraussetzung dafür, dass überhaupt geprüft werden kann. In Würzburg gilt:
- Abschlussarbeiten: verpflichtend. Ohne Ausnahme in der Landtagsauskunft vermerkt.
- Dissertationen: fakultätsabhängig. Verpflichtend an der Katholisch-Theologischen, der Juristischen, der Medizinischen und der Philosophischen Fakultät, der Fakultät für Humanwissenschaften, der Fakultät für Biologie, der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, der Fakultät für Mathematik und Informatik sowie an den Graduiertenschulen.
- Sonderfall Naturwissenschaften: Die Fakultäten für Chemie und Pharmazie sowie für Physik und Astronomie sehen in ihren Promotionsordnungen eine gesonderte Entscheidung des Promotionsausschusses darüber vor, ob neben oder anstelle der schriftlichen Exemplare eine Version auf einem Speichermedium einzureichen ist.
Würzburg gehört außerdem zu den Universitäten, an denen laut derselben Auskunft Schulungen zur Plagiatsprävention durchgeführt werden — neben Bayreuth, Erlangen-Nürnberg, Regensburg, LMU und TUM.
Die KI-Leitlinie der JMU
Die Universität Würzburg hat eine eigene Leitlinie zum Umgang mit KI erarbeitet. Ihre Kernpunkte, so wie sie kommuniziert wurden:
- Nicht offengelegte Nutzung gilt als Täuschungsversuch — ausdrücklich vergleichbar mit einem Plagiat.
- Offenlegungspflicht, insbesondere bei Hausarbeiten und Abschlussarbeiten.
- Klare Regeln statt Grauzone. Als Problem wurde benannt, dass Studierende ohne klare Regelung nicht wussten, ob die Nutzung erlaubt ist oder nicht — die Leitlinie setzt deshalb auf Transparenz.
- Zuverlässigkeit als eigenes Risiko. Hervorgehoben wird, dass generierte Inhalte auf statistischen Wahrscheinlichkeiten beruhen und deshalb falsch sein können. Das ist der praktische Grund, jede Angabe und jede Quelle nachzuprüfen.
Wichtig für die Einordnung: Das zuletzt öffentlich einsehbare Dokument ist eine Arbeitsfassung mit Stand 2025. Arbeitsfassungen ändern sich. Prüfen Sie vor der Abgabe, welche Fassung für Ihren Studiengang gilt, und wie der Wortlaut Ihrer Eigenständigkeitserklärung aussieht — Formulierungen dafür stehen in unserer Anleitung zur eidesstattlichen Erklärung, und ein Muster für die Offenlegung in der Vorlage für das KI-Verzeichnis.
Warum Würzburg für ganz Bayern zählt
Am Rechenzentrum der Universität Würzburg sitzt die Stabsstelle IT-Recht der bayerischen staatlichen Universitäten und Hochschulen. Ihr Gutachten „Prüfungsrechtliche Fragen zu ChatGPT“ ist die Grundlage, auf der in Bayern gearbeitet wird, und es beantwortet die drei Fragen, die Studierende tatsächlich stellen:
- Ist ChatGPT verboten? Es ist kein zugelassenes Hilfsmittel — das genügt. Eine Änderung der Prüfungsordnungen war dafür nicht erforderlich.
- Wann ist es Täuschung? Sobald über die Eigenständigkeit der Leistung oder die Autorenschaft getäuscht wird. Ein Plagiat muss dafür nicht vorliegen.
- Muss ich ChatGPT zitieren? Zitierpflicht nein, Angabepflicht ja.
Die vollständige Darstellung samt der Passage zu § 156 StGB steht in KI-Regeln an bayerischen Hochschulen.
Konsequenzen
Die Folgen ergeben sich aus Ihrer Prüfungsordnung, die nach Art. 68 Abs. 3 S. 1 BayHIG Anforderungen und Verfahren regelt. Der übliche Rahmen an bayerischen Universitäten: Bewertung der Leistung mit „nicht bestanden“, bei schwerer oder wiederholter Täuschung Ausschluss von weiteren Prüfungen, Vermerk im Prüfungskonto und — bei einer falschen Eigenständigkeitserklärung — die Möglichkeit einer Strafbarkeit nach § 156 StGB.
Wenn bereits ein Vorwurf im Raum steht, zählt das Verfahren mehr als die Rechtslage. Welche Nachweise Sie sichern sollten und in welcher Reihenfolge, steht in Plagiats- oder KI-Vorwurf: was tun.
Quellen
Geprüft am 3. September 2026. Beachten Sie die Datierung der Softwareangaben (2019) und den Entwurfsstatus der KI-Leitlinie (2025).
- Bayerischer Landtag, Drucksache 18/2360 vom 17.07.2019: Prävention von Plagiaten an bayerischen Universitäten und Hochschulen — Software je Hochschule, digitale Abgabe, Schulungen.
- Universität Würzburg: Arbeitsfassung Leitlinie Umgang mit KI — Stand 2025.
- Stabsstelle IT-Recht: Prüfungsrechtliche Fragen zu ChatGPT.
Diese Seite ist eine Orientierung und keine Rechtsberatung. Verbindlich sind Ihre Prüfungsordnung und die Auskunft Ihres Prüfungsamts.
Häufig gestellte Fragen
Welche Plagiatssoftware nutzt die Universität Würzburg?
Nach der Auskunft der Staatsregierung an den Bayerischen Landtag setzt die Universität Würzburg sowohl Turnitin als auch iThenticate ein — iThenticate ist auf Fachliteratur und Verlagsdatenbanken spezialisiert und wird typischerweise für Dissertationen genutzt. Wichtig: Diese Auskunft stammt aus dem Jahr 2019. Der Markt hat sich seitdem stark konsolidiert, deshalb ist die aktuelle Angabe Ihres Prüfungsamts maßgeblich.
Muss ich meine Abschlussarbeit in Würzburg digital abgeben?
Ja. Für Abschlussarbeiten ist die digitale Einreichung an der Universität Würzburg verpflichtend. Bei Dissertationen hängt es von der Fakultät ab: verpflichtend unter anderem an der Katholisch-Theologischen, der Juristischen, der Medizinischen und der Philosophischen Fakultät sowie in Humanwissenschaften, Biologie, Wirtschaftswissenschaften und Mathematik/Informatik. In Chemie und Pharmazie sowie Physik und Astronomie entscheidet der Promotionsausschuss im Einzelfall.
Was sagt die KI-Leitlinie der Uni Würzburg?
Die Universität hat eine Leitlinie zum Umgang mit KI erarbeitet, die zuletzt als Arbeitsfassung mit Stand 2025 vorlag. Ihr Grundgedanke ist Transparenz: Der nicht offengelegte Einsatz gilt als Täuschungsversuch, vergleichbar mit einem Plagiat, und Studierende sollen offenlegen, ob sie KI genutzt haben — insbesondere bei Hausarbeiten und Abschlussarbeiten. Da es sich um eine Arbeitsfassung handelt, prüfen Sie vor der Abgabe die aktuell geltende Fassung.
Ist ChatGPT an der Uni Würzburg verboten?
Es ist kein zugelassenes Hilfsmittel, und daraus folgt die Unzulässigkeit bei Prüfungsleistungen — ein ausdrückliches Verbot braucht es dafür nicht. Einzelne Lehrende können den Einsatz für ihre Veranstaltung ausdrücklich erlauben; dann gilt deren Vorgabe. Fragen Sie im Zweifel schriftlich und heben Sie die Antwort auf.
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Die ersten 1.500 Wörter kostenlos, ohne Anmeldung. Bei jedem Ergebnis steht, wie oft dieses Urteil bei nachweislich menschlich geschriebenen Texten falsch liegt — das veröffentlicht sonst niemand.
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