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Plagiat an der WHU: Honor Code und der Studienvertrag

|7 min Lesezeit

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Die kurze Antwort

An der WHU werden alle Abschlussarbeiten auf Plagiate geprüft. Was eine private Hochschule von einer staatlichen unterscheidet, ist aber nicht die Prüfung — es sind die Folgen: Neben dem Prüfungsrecht steht der Studienvertrag, und eine wiederholte oder schwere Täuschung berechtigt zur Abmahnung oder zur fristlosen Kündigung.

Diese Seite ist deshalb weniger eine Software-Auskunft als eine Einordnung. Wer von einer staatlichen Universität an eine private wechselt — oder umgekehrt —, unterschätzt regelmäßig genau diesen Unterschied.

Was geprüft wird

Nach den veröffentlichten Regelungen werden alle Abschlussarbeiten auf Plagiate geprüft. Wird eine Täuschung festgestellt, entscheidet der Prüfungsausschuss, ob den Studierenden die Möglichkeit gegeben wird, die Abschlussarbeit neu zu schreiben — in besonders schweren Fällen kann diese Möglichkeit verweigert werden.

Bemerkenswert an der Quellenlage: Die WHU veröffentlicht ihre Prüfungsordnungen in einem frei zugänglichen Mitteilungsblatt. Für eine private Hochschule ist das nicht selbstverständlich — bei der IU Internationalen Hochschule liegen die entsprechenden Dokumente hinter dem Login, obwohl sie deutlich mehr Studierende hat. Klein und privat heißt also nicht automatisch intransparent.

Welche Software eingesetzt wird, geht aus den öffentlich einsehbaren Ordnungen nicht hervor. Diese Seite nennt deshalb keine — fragen Sie im Zweifel Ihr Programmbüro. Zur Einordnung von Prozentwerten, egal aus welchem System: Wie viel Prozent Plagiat sind erlaubt?

Der Honor Code

Die WHU führt einen Honor Code — eine Selbstverpflichtung auf redliches akademisches Verhalten, wie sie an angelsächsischen Hochschulen üblich ist. Staatliche deutsche Universitäten kennen dieses Instrument in dieser Form nicht; sie arbeiten mit Prüfungsordnung und Satzung zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis.

Praktisch relevant ist er, weil er ein eigener Anknüpfungspunkt ist. In den Regelungen wird der Ausschluss von weiteren Prüfungsleistungen — und damit aus dem Programm — sowohl an ein nachgewiesenes vorsätzliches Plagiat als auch an schwere Verstöße gegen den Honor Code geknüpft. Es braucht also nicht zwingend ein Plagiat im technischen Sinn.

Das ist strukturell dieselbe Logik wie im bayerischen Prüfungsrecht, wo ein Täuschungsversuch bereits vorliegt, wenn über die Eigenständigkeit der Leistung getäuscht wird — auch ohne Plagiat. Siehe KI-Regeln an bayerischen Hochschulen.

Die zweite Ebene: der Studienvertrag

Das ist der Punkt, den diese Serie sonst nirgends behandeln kann, weil es ihn an staatlichen Universitäten nicht gibt.

An einer privaten Hochschule sind Sie nicht nur immatrikuliert, Sie sind Vertragspartei. Nach den Regelungen der WHU berechtigt es die Hochschule zur Abmahnung oder erforderlichenfalls zur fristlosen Kündigung des Studienvertrags, wenn Studierende wiederholt bei Prüfungsleistungen täuschen oder ein schwerer Fall vorliegt.

Daraus folgen drei Dinge, die man sich klarmachen sollte:

  • Zwei Verfahren, nicht eines. Die prüfungsrechtliche Entscheidung des Prüfungsausschusses und die vertragsrechtliche Reaktion der Hochschule sind verschieden und können nebeneinander laufen.
  • Die Abmahnung ist ein Vorwarnsignal. Sie ist im Vertragsrecht typischerweise die Stufe vor der Kündigung. Wer eine erhält, sollte sie als das lesen, was sie ist.
  • Studiengebühren. Was bei einer Kündigung mit bereits gezahlten oder noch offenen Gebühren geschieht, richtet sich nach dem Vertrag — nicht nach dem Prüfungsrecht. Das ist die Frage, die Betroffene regelmäßig zu spät stellen.

Privat und staatlich im Vergleich

  • Staatliche Universität (Deutschland):Bewertung mit „nicht bestanden“, Ausschluss von weiteren Prüfungen, Vermerk im Prüfungskonto, im äußersten Fall Exmatrikulation. Bei falscher Eigenständigkeitserklärung zusätzlich § 156 StGB.
  • Staatliche Universität (Österreich):Nichtigerklärung der Beurteilung nach § 73 UG, Widerruf des Grades nach § 89 UG — siehe Uni Wien.
  • Private Hochschule: alles Prüfungsrechtliche plus die Vertragsebene — Abmahnung, Kündigung, offene Gebührenfragen.

Kein Grund zur Panik, aber ein Grund, den eigenen Studienvertrag einmal gelesen zu haben, bevor es relevant wird.

KI-Nutzung

Eine öffentlich einsehbare, spezifische KI-Richtlinie der WHU ließ sich über die hier verwendeten Quellen nicht belegen. Diese Seite behauptet daher keine.

Was sich sagen lässt, gilt unabhängig davon: Ein Honor Code, der redliches Verhalten verlangt, und eine Eigenständigkeitserklärung, die Sie unterschreiben, decken den nicht offengelegten Einsatz eines Textgenerators bereits ab — genau wie im staatlichen Prüfungsrecht, wo die Täuschung über die Eigenständigkeit genügt und kein Plagiat vorliegen muss. Legen Sie im Zweifel offen; Formulierungen stehen in unserer Anleitung zur eidesstattlichen Erklärung.

Quellen

Geprüft am 3. September 2026. Die WHU veröffentlicht ihre Ordnungen im Mitteilungsblatt; maßgeblich ist die für Ihren Jahrgang geltende Fassung, ergänzt um Ihren Studienvertrag.

  • WHU – Otto Beisheim School of Management: Mitteilungsblatt — Prüfung der Abschlussarbeiten, Honor Code, Ausschluss, Abmahnung und Kündigung des Studienvertrags.

Diese Seite ist eine Orientierung und keine Rechtsberatung. Verbindlich sind Ihre Prüfungsordnung, Ihr Studienvertrag und die Auskunft Ihres Programmbüros.

Häufig gestellte Fragen

Werden Abschlussarbeiten an der WHU auf Plagiate geprüft?

Ja. Nach den öffentlich einsehbaren Regelungen der WHU werden alle Abschlussarbeiten auf Plagiate geprüft. Die WHU veröffentlicht ihre Prüfungsordnungen in ihrem Mitteilungsblatt, das frei zugänglich ist — für eine private Hochschule ist das keine Selbstverständlichkeit und macht die Regelungen leichter nachprüfbar als an mancher größeren Privathochschule.

Was passiert an der WHU bei einem Plagiat?

Es sind zwei Ebenen betroffen. Prüfungsrechtlich entscheidet der Prüfungsausschuss unter anderem darüber, ob die Abschlussarbeit neu geschrieben werden darf; in besonders schweren Fällen kann diese Möglichkeit verweigert werden, und bei nachgewiesenem vorsätzlichem Plagiat oder schweren Verstößen gegen den Honor Code ist der Ausschluss von weiteren Prüfungen und damit aus dem Programm möglich. Vertragsrechtlich berechtigt wiederholte oder schwere Täuschung die WHU zur Abmahnung oder zur fristlosen Kündigung des Studienvertrags.

Was ist der Honor Code?

Eine Selbstverpflichtung auf redliches akademisches Verhalten, wie sie an angelsächsischen Hochschulen verbreitet ist und die einige private Hochschulen in Deutschland übernommen haben. Sie ist deshalb relevant, weil ein Verstoß gegen den Honor Code in den WHU-Regelungen ausdrücklich als eigener Anknüpfungspunkt für einen Ausschluss genannt wird — neben dem nachgewiesenen vorsätzlichen Plagiat.

Ist das an anderen privaten Hochschulen genauso?

Die Vertragsebene gibt es überall dort, wo Sie einen Studienvertrag unterschrieben haben — also an praktisch jeder privaten Hochschule. Ob und in welcher Form Abmahnung oder Kündigung vorgesehen sind, steht aber in Ihrem eigenen Vertrag und in der Ordnung Ihrer Hochschule, nicht in dieser Seite. Lesen Sie beides; es sind die einzigen Dokumente, die für Sie verbindlich sind.

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Die ersten 1.500 Wörter kostenlos, ohne Anmeldung. Bei jedem Ergebnis steht, wie oft dieses Urteil bei nachweislich menschlich geschriebenen Texten falsch liegt — das veröffentlicht sonst niemand.

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