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Plagiatsprüfung und KI-Regeln: 29 Hochschulen im Überblick

Die kurze Antwort

Es gibt keine einheitliche Plagiatsprüfung und keine einheitliche KI-Regel an deutschen Hochschulen. Welche Software prüft, ob KI erlaubt ist, wie Sie KI-Nutzung offenlegen müssen und was bei einem Täuschungsversuch folgt, regelt jede Hochschule selbst, oft sogar jede Fakultät. Wir haben die öffentlich zugänglichen Regelwerke von 27 deutschen und zwei österreichischen Hochschulen gelesen. Hier steht je Hochschule das Wichtigste in einem Satz, die Einzelseite hat die Quellen und die Paragrafen.

Wer nicht in der Liste steht, findet die Grundlagen in unseren Artikeln zu KI-Regeln an bayerischen Hochschulen und erlaubten Plagiatsquoten. Wie Turnitin, die in dieser Liste am häufigsten genannte Software, mit KI umgeht, steht in Turnitin und KI-Erkennung.

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Bayern

  • LMU München: keine einheitliche Plagiatsprüfung, die Regeln sind je Fakultät verschieden; die Medizinische Fakultät prüft mit iThenticate.
  • TUM: die School of Engineering and Design prüft mit Turnitin, und Sie dürfen Ihre Arbeit ausdrücklich anonymisiert einreichen.
  • Uni Würzburg: Plagiatssoftware, fakultätsweise verpflichtende digitale Abgabe und eine eigene KI-Leitlinie.
  • Uni Bayreuth: Turnitin und eine digitale Abgabe, die in nahezu allen Studiengängen verpflichtend ist.
  • Uni Bamberg: welche Software eingesetzt wird, ist öffentlich nicht dokumentiert; belegt ist dafür fakultätsgenau, wo digital und wo gebunden abgegeben wird.
  • Uni Regensburg: neben Docoloc werden auch Google Scholar und Picapica genannt.
  • Munich Business School: die Prüfungsordnung nennt weder „Plagiat“ noch „KI“; die eigentliche Vorgabe steht in einer unveröffentlichten Richtlinie.

Nordrhein-Westfalen

  • RWTH Aachen: die KI-Regel steht in der eidesstattlichen Versicherung der Übergreifenden Prüfungsordnung, die Folgen in § 15 ÜPO.
  • Uni Köln: die KI-Richtlinie seit Januar 2026 nimmt Studierende ausdrücklich aus; es gilt eine fünfstufige Sanktionsleiter.
  • Uni Münster: ein Plagiat kann in NRW als Ordnungswidrigkeit geahndet werden, mit Geldbuße bis 50.000 Euro; eine zentrale KI-Regel gibt es nicht.
  • FernUni Hagen: Videoaufsicht bei Online-Prüfungen ist freiwillig, und die FernUni spricht sich gegen ein KI-Verbot aus.

Baden-Württemberg

  • Uni Heidelberg: die KI-Regel steht in einer undatierten Leitlinie, und nur für Dissertationen.
  • SRH Heidelberg: bei KI-Nutzung sind Werkzeuge und Prompts anzugeben; bei Plagiaten schreibt die Immatrikulationsordnung die Exmatrikulation vor.
  • Uni Stuttgart: § 17 in allen Prüfungsordnungen, eine Fünfjahresfrist und dezentrale KI-Regeln der Fakultäten.

Hessen

  • Goethe-Universität Frankfurt: nach § 29 Abs. 3 wird die Unterschrift unter die Eigenständigkeitserklärung selbst zum erschwerenden Umstand.
  • Frankfurt School: jede Thesis wird elektronisch auf Plagiate geprüft; die letzte Stufe ist die Kündigung des Studienvertrags.
  • Uni Kassel: das Verwaltungsgericht Kassel hat 2026 zwei Klagen gegen Täuschungsentscheidungen wegen KI abgewiesen, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Berlin und Hamburg

  • FU Berlin: ein nicht zugelassenes KI-Tool bleibt ein unzulässiges Hilfsmittel, auch wenn Sie es angeben; geprüft wird mit Identific.
  • CODE University: ein vollständiger Rechtsbehelfsweg gegen Täuschungsentscheidungen, aber keine Aussage der Prüfungsordnung zu Plagiat und KI.
  • Uni Hamburg: der Orientierungsrahmen empfiehlt, KI in Prüfungen ohne Aufsicht grundsätzlich zuzulassen, mit Kennzeichnungs- und Nachweispflichten.
  • Bucerius Law School: KI ist in Hausarbeiten grundsätzlich erlaubt, muss aber offengelegt werden; bei schwerer Täuschung wird der Studienvertrag gekündigt.

Sachsen, Saarland, Rheinland-Pfalz

  • Uni Leipzig: KI steht seit 2025 in der Satzung, mit Offenlegungspflicht; eine später entdeckte Nutzung kann den Abschluss kosten.
  • Universität des Saarlandes: eine Turnitin-Campuslizenz, die auch Studierende selbst nutzen können, mit Anonymisierungspflicht vor dem Upload.
  • WHU: ein Täuschungsversuch berührt Prüfungsrecht und Vertragsrecht zugleich; dazu gilt der Honor Code.

Private Hochschulen mit mehreren Standorten

  • IU Internationale Hochschule: geprüft wird mit Turnitin; die Frage der KI-Offenlegung bleibt öffentlich unbeantwortet.
  • FOM Hochschule: eine KI-friendly-Strategie seit 2023, ein Verfahren zur Dokumentation des Entstehungsprozesses und die mündliche Abschlussprüfung.
  • Hochschule Fresenius: nach eigener Aussage durchläuft jede Arbeit vor der Sichtung einen Plagiatscheck und einen KI-Scanner.

Österreich

  • Uni Wien: es gibt keine Prozentgrenze; die Folgen sieht das Universitätsgesetz vor.
  • Uni Graz: die elektronische Plagiatskontrolle ist Pflicht, der Prüfbericht geht in die Bewertung ein, die Folgen sind in §§ 41a bis 41d abgestuft.

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Diese Seite ist eine Orientierung und keine Rechtsberatung. Verbindlich sind Ihre Prüfungsordnung und die Auskunft Ihres Prüfungsamts.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es eine einheitliche Regel zu KI an deutschen Hochschulen?

Nein. Die Regeln unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule und oft von Fakultät zu Fakultät. Die Universität zu Köln nimmt Studierende von ihrer KI-Richtlinie ausdrücklich aus, die Universität Hamburg empfiehlt, generative KI in Prüfungen ohne Aufsicht grundsätzlich zuzulassen, und an der FU Berlin bleibt ein nicht zugelassenes KI-Tool unzulässig, auch wenn Sie es angeben. Maßgeblich ist immer Ihre eigene Prüfungsordnung.

Welche Software nutzen Hochschulen für die Plagiatsprüfung?

Das ist verschieden. Turnitin nennen unter anderem die IU, die TUM, die Universität des Saarlandes und die Uni Kassel, Docoloc die Universität Regensburg, Identific die FU Berlin und iThenticate die Medizinische Fakultät der LMU. Manche Hochschulen, etwa die Universität Bamberg, dokumentieren ihre Software öffentlich gar nicht.

Gibt es eine erlaubte Prozentgrenze für Plagiate?

In den Regelwerken, die wir gelesen haben, nicht. Die Universität Wien sagt es ausdrücklich: Es gibt keine Prozentgrenze. Warum ein Ähnlichkeitswert allein wenig aussagt, erklären wir im Artikel „Wie viel Prozent Plagiat sind erlaubt?“.

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